Virtueller Pranger

Gekränkte Ex-Freundin rächt sich per Google-Suche

Web
05.02.2011 20:54
Verlasse niemals eine Programmiererin! So könnte die Lehre für einen jungen Burschen aus den USA lauten, der von seiner Ex-Freundin seit Wochen per Google-Suche an den Pranger gestellt wird. Sogar der Suchmaschinenbetreiber selbst hat offenbar Schwierigkeiten, die Schmähungen der gekränkten Teenagerin zu entfernen.

Jack W.s Ex-Liebhaberin hat Ende 2010 sein Porträtfoto in rund sechzig verschiedenen Versionen - versehen mit deftigen Sprüchen und Beschimpfungen - bei einem Webspace-Provider hochgeladen und die Bilder damit in die Google-Suchergebnisse befördert.

Laut dem US-Blog "Search Engine Roundtable" erwirkte W. nach einigen Tagen zwar die Entfernung der Dateien beim Hoster, dummerweise verschwanden die Bilder nicht aus der Suchmaschine. Und auch sämtliche bei Google verfügbaren Kunden-Optionen, um die Bilder zu löschen, zeigten keine Wirkung.

Seit sechs Wochen "im Ausnahmezustand"
Jacks Eltern beschwerten sich nun im Hilfe-Forum der Suchmaschine. "Unser Sohn befindet wegen dieser Bloßstellung im Ausnahmezustand", heißt es in dem Eintrag. Seit sechs Wochen reagiere Google nicht auf die Beschwerden. Selbst die Anlaufstelle für Copyright-Verletzungen - die Rechte für das Bild liegen bei W. - habe sich nicht gemeldet.

Tatsächlich sind die gewöhnlichen Google-Optionen, bei denen eine Software die Löschung unerwünschter bzw. technisch nicht mehr erreichbarer Suchergebnisse übernimmt, im Fall W.s nicht ausreichend. Dass der virtuelle Pranger nicht so ohne Weiteres zu entfernen ist, liegt nämlich am "Talent" der gekränkten Ex ...

Google glaubt, die Bilder sind noch da
Laut "Search Engine Roundtable" hat Jacks Ex-Freundin den Provider, bei dem sie die Bilder hochlud, bewusst ausgewählt. Wird dort nämlich ein Bild offline gestellt, erhalten die Google-Rechner, die das Web im Sekundentakt durchsuchen und dabei auch prüfen, ob bestehende Suchergebnisse noch aufrufbar sind, eine scheinbare Bestätigung, dass die Dateien noch erreichbar wären. Google belässt dann die zum Zwecke der Anzeigeoptimierung auf seine Server kopierten Versionen (Stichwort: "Google Cache"), in den Suchergebnissen.

Die Experten auf dem Suchmaschinen-Blog vermuten, dass Google sich der Sache wohl demnächst annehmen wird, zumal der Eintrag der Eltern im Hilfeforum bereits wieder entfernt wurde. Darüber hinaus hätte W. gute Chancen vor Gericht, da er noch minderjährig ist. Ansonsten raten die Blogger dem Burschen: "Beim nächsten Mal, ärgere lieber keine Leute, die sich mit Google auskennen. Und generell: Spiel dich nie mit einer Suchmaschinen-Optimierern!"

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