22.06.2021 00:13 |

Souveräner 2:0-Sieg

Belgiens „Rote Teufel“ nehmen Finnen aufs Gehörn!

Drei Spiele, drei Siege, 7:1 Tore - Belgiens „Rote Teufel“ haben eine makellose Punktladung ins Achtelfinale der paneuropäischen Fußball-Europameisterschaft hingelegt! Trotz nicht unbedingt mit allerletzter Konsequenz betriebenen Spiels setzte sich die Mannschaft von Teamchef Roberto Martinez gegen den tapferen EM-Debütanten Finnland mit 2:0 durch. Wie es nun weitergeht, wissen freilich weder die Finnen noch die Belgier - Erstere könnten als vielleicht einer der vier besten Gruppen-Dritten noch einen Achtelfinal-Platz stibitzen und für Zweitere steht der Gegner wohl erst nach dem letzten Vorrunden-Spiel fest …

Die Nummer 54 der FIFA-Weltrangliste gegen die absolute Nummer 1 oder anders gesagt Finnland gegen Belgien - was laut Statistik vorab als eindeutige Angelegenheit für die „Roten Teufel“ anzusehen gewesen war, entwickelte sich vom Start weg nicht wirklich nach der Papierform. Bei trotz späten Anpfiffs noch immer mehr als lauen 27 Grad übernahmen die Belgier in der Gazprom-Arena zu St. Petersburg zwar das Kommando, Gefahr wussten sie allerdings kaum zu erzeugen. Denn in einer Art nordischer Neuinterpretation des italienischen Catenaccio stand Finnlands Elf von Teamchef Markku Kanerva wie bereits gegen Dänemark und Russland hinten bombensicher.

Romelu Lukaku und Co. suchten zwar von rechts nach links und von links nach rechts nach Lücken, fanden allerdings schlichtweg keine. Eher noch sorgte lauwarmes Defensiv-Verhalten auf der Gegenseite für Gefahr, doch nach einem Pass von Jere Uronen auf Teemu Pukki kam der zurückgeeilte Kevin de Bruyne noch gerade rechtzeitig, um einen Torschuss zu verhindern (12.). Selbst kamen die Belgier erstmals in Minute 21 gefährlicher vor das von Lukáš Hrádecký gehütete Finnland-Tor. Doch statt selber den Abschluss zu wagen, wollte Lukaku noch auf Eden Hazard abspielen - was Finnen-Verteidiger Joona Toivio rechtzeitig „übernasert“ hatte …

Mit gefühlt 18 Mann im und um den eigenen Strafraum ließen die Finnen auch in der Folge kaum hochkarätige Chancen für Belgien zu. In ihrer Not griffen die eigentlich so spielstarken Belgier zum Mittel von Distanzschüssen - Axel Witsel (23., 32.) oder Leandro Trossard (35.) sorgten mit ihren Versuchen allerdings für null Gefahr. Die sollte sich erst in den Minuten vor dem Pausenpfiff einstellen, als erst Lukaku per Kopf (37./nicht platziert genug) und dann Jeremy Doku nach einem Super-Dribbling von links zur Mitte mit seinem Schuss ins lange Eck an Hrádecký scheiterten (42.). Und weil Schiri Felix Brych nach einer Attacke gegen Hazard im Finnen-Strafraum korrekterweise nicht auf Elfer entschied, ging es mit 0:0 in die Pause ...

Wie bereits beim Duell gegen Russland kamen die Finnen auch gegen den Turnier-Mitfavoriten gut aus der Pause, wieder scheint Teamchef Kanerva in der Kabine den richtigen Ton bei Pukki und Co. erwischt zu haben. Denn bereits nach knapp einer halben Minute tauchte der gerade genannte Finnen-Goalgetter Pukki plötzlich im gegnerischen Strafraum auf - sein Abschlussversuch wurde zwar abgeblockt, aber dennoch sollte diese Aktion der Startschuss sein für eine stärkere Phase des Außenseiters. Was sich zwar nicht in einem Chancen-Feuerwerk äußerte, aber doch immerhin in einem aktiveren, ambitionierten Auftreten - inklusive früheres Stören des Aufbaus der Belgier.

Vor das gegnerische Gehäuse kamen die „Roten Teufel“ freilich trotzdem, Jason Denayer (51.), Hazard (52., 58.) und Nacer Chadli (56.) sorgten mit ihren Halbchancen allerdings zunächst nicht wirklich für große Gefahr. Eher schon nach einer Chadli-Flanke, für die der ohnehin sehr große Lukaku allerdings nochmal drei Köpfe größer hätte sein müssen (53.). Ab Minute 61 ging es dann kurzfristig hin und her: Erst musste Belgien-Keeper Thibaut Courtois bei einem Finnen-Konter über Pukki, Joel Pojanpalo und Glen Kamara eingreifen, dann scheiterte Hazard auf der Gegenseite aus wenigen Metern an Hrádecký und dann besorgte Lukaku das 1:0 für Belgien (65.).

Allerdings nur für wenige Augenblicke - denn nach Eingreifen des Video-Schiris wurde der Treffer wieder aberkannt, Lukaku war beim Ideal-Zuspiel von De Bruyne knappest im Abseits gestanden (65.). Diese Achterbahnfahrt der Gefühle ließ bei den Belgiern fürs Erste den Dampf aus dem Kessel - aber nur für knapp zehn Minuten: Denn da erlöste sie Thomas Vermaelen nach einer Ecke per Kopf mit der 1:0-Führung (74.). Wobei: Genau genommen gehört der Treffer dem bis dahin so souveränen Hrádecký, der den vom Pfosten abprallenden Ball unglücklich ins eigene Tor ablenkte …

Dabei sollte es allerdings nicht bleiben, denn Lukaku holte sich sein zuvor aberkanntes Tor wieder zurück: Nach Zuspiel von De Bruyne drehte sich der bullige Stürmer Gazellen-gleich an seinem Bewacher vorbei und schloss mit dem rechten Fuß ab - die Entscheidung (82.) für Belgien im Spiel und im Rennen um den Gruppen-Sieg, den man ja bei einer Niederlage gegen die Finnen noch verpasst hätte. Während Belgien nun als Sieger von Pool B auf einen der Dritten aus den Gruppen A, E oder F trifft, muss Finnland erst einmal darauf hoffen, zu den vier besten Dritten zu gehören - allerdings liegt man im entscheidenden Ranking bereits jetzt nur mehr auf Platz 4 ...

Das Ergebnis:
Finnland - Belgien 0:2 (0:0)
St. Petersburg, St. Petersburg Stadium, SR Brych/GER

Tore: 0:1 (74./Eigentor) Hradecky, 0:2 (81.) R. Lukaku

Gelbe Karten: keine

Finnland: Hradecky - Raitala, Toivio, Arajuuri, O‘Shaughnessy, Uronen (70. Alho) - Lod (91. Forss), Sparv (59. Schüller), Kamara - Pohjanpalo (70. Kauko), Pukki (91. Jensen)
Belgien: Courtois - Boyata, Denayer, Vermaelen - Trossard (75. Meunier), De Bruyne (91. Vanaken), Witsel, Chadli - Doku (76. Batshuayi), R. Lukaku (84. Benteke), E. Hazard

Hannes Maierhofer
Hannes Maierhofer
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