Wie Hassan Kabbani, Chef des Mobilfunkanbieters MobilNil gegenüber dem Weblog "All Things Digital" des "Wall Street Journal" erklärte, seien nun sowohl das Festnetz als auch mobile Dienste in Ägypten wieder verfügbar.
In Sachen Telekommunikation ist Ägypten kein Entwicklungsland, sondern eine moderne Volkswirtschaft. Von den achtzig Millionen Ägyptern besitzen schätzungsweise 55 Millionen ein Handy, etliche von ihnen auch ein Smartphone mit Videokamera. "Jetzt, wo die Leute auf der Straße sind, knipsen und filmen sie sich gegenseitig, was die Speicherkarte hergibt", schreibt der freie Journalist und Blogger Richard Gutjahr, der sich auf eigene Faust nach Kairo aufgemacht hat, um in seinem Blog live von der Revolution in Ägypten zu berichten.
Internet prägte den Protest in Ägypten
Im Vorfeld des Volksaufstandes am Nil spielte das Internet die Rolle eines Katalysators, gerade bei jungen Leuten. Da es im Alltag nur wenig Freiräume für eine kritische Diskussion gab, liefen die heißen Debatten in Blogs und Online-Netzwerken wie Facebook und Twitter ab. Auch bei der praktischen Organisation von Protestaktionen spielten Twitter und Facebook eine wichtige Rolle.
So nutzte die Jugendbewegung "6. April" schon vor fast drei Jahren das Netz, um das Regime von Präsident Hosni Mubarak herauszufordern. Zur Unterstützung von protestierenden Arbeitern in der Industriestadt Mahalla al-Kubra riefen sie auf Facebook für den 6. April 2008 zum Streik auf, der damals allerdings an den Machtverhältnissen in Ägypten wenig änderte.
Protest geht offline in neuer Dimension weiter
"Facebook spielte in der Tat eine große Rolle", sagte am Dienstag ein Demonstrant auf dem Tahrir-Platz dem deutschen Blogger Gutjahr. "Wir hier sind alle bei Facebook." Nachdem die Netze abgeschaltet wurden, funktionierte der Protest auch offline. "Das hier ist jetzt unser Facebook!"
Google hilft Ägyptern trotzdem ins Netz
Damit die Stimmen aus Ägypten in den sozialen Netzwerken trotz der Netz-Blockade nicht verstummen, hatte der Suchmaschinenkonzern Google eigens einen Dienst eingerichtet, mit dem sich die Kommunikationssperre umgehen ließ (siehe Infobox). Die Botschaft, dass sich am Dienstag die Massen zum Protest versammeln, hatte sich aber auch schon vor der Google-Initiative herumgesprochen. Hunderttausende strömten zum Tahrir-Platz, um dem Regime von Präsident Mubarak ein Ende zu bereiten.









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