14.05.2021 18:00 |

Captain Slow schimpft

Warum James May plötzlich seinen Tesla hasst

Wenn man nach den beliebtesten Autoexperten fragt, fallen immer wieder die Namen Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May, das legendäre ehemalige Top-Gear- (und jetzt Amazon-) Dreigestirn. Just diesem James May ist nun mit seinem Tesla Model S etwas widerfahren, das jedem E-Auto-Fahrer passieren kann. Er ist „nicht mehr angesprungen“. Um wieder fahren zu können, musste May einiges auf sich nehmen.

„Captain Slow“, wie er von seinen Kollegen mit einem hämischen Augenzwinkern genannt wird, hatte sein Auto zu Hause geparkt und die ganze Zeit das Ladekabel angesteckt gelassen. Als er dann nach längerer Zeit wegfahren wollte, konnte er nicht einmal mehr die Tür öffnen. Das Auto war tot!

Was war passiert? Haben sich die Akkus irgendwann über das Ladekabel entladen? Hatte Bill Gates seine Finger im Spiel? Oder war Elon Musk scharf auf Publicity, egal ob positiv oder negativ? Alles weit gefehlt. Aber das mit dem Entladen ist nahe dran.

Dazu muss man wissen: Elektroautos haben nicht nur den großen Akku, der beim Tesla Model S im Boden eingebaut ist und aus dem der Antrieb gespeist wird, sondern auch eine ganz normale 12-Volt-Autobatterie wie ein Auto mit klassischem Verbrennungsmotor. Darüber werden die ganz normalen Stromverbraucher wie Scheinwerfer oder Infotainment versorgt, aber auch die Zentralverriegelung. Vor allem wird mit 12-Volt-Strom das Hochvoltnetz deaktiviert, wenn man das Auto abstellt. Und aktiviert, wenn man startet.

Der 12-Volt-Akku kann sich ganz normal entladen und auch kaputt gehen. Bei den meisten E-Autos wird er aus der Hochvoltbatterie nachgeladen, wenn die Spannung sinkt. Aber auch diese verliert nach und nach Ladung (man nennt das „Vampire Drain“), und dann geht nichts mehr und man braucht Starthilfe.

Womit wir wieder bei James May wären
Mays Problem war eigentlich nicht, dass die Batterie leer war, sondern dass es extrem mühsam ist, sie im Tesla Model S zu erreichen. Sie sitzt unter einer Abdeckung unter der Fronthaube. Und ohne Strom kommt man nicht ins Auto.

Um die Haube zu öffnen, muss man an beiden vorderen Radläufen hinter die Verkleidung greifen und an einem Seilzug ziehen. Unter der Haube sind mehrere Abdeckungen und Plastikteile abzunehmen, wobei gerne Klemmen abbrechen (von Fingernägeln gar nicht zu reden). Dann ist man an der Batterie und kann sie versorgen.

James Mays Lösung für die Zukunft: Er will einen Permanentanschluss von der Batterie nach draußen legen, um problemlos per Ladekabel den Ladezustand der 12-Volt-Batterie erhalten zu können.

Wie gut, dass der Tesla nicht das einzige Auto ist, das ihm zur Verfügung steht. Im Video ist zum Beispiel auch eine Alpine A110 zusehen ...

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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