04.05.2021 17:00 |

Vösendorf-Testcenter

Kein Einlenken: Wiener, bitte draußen bleiben!

Hausverbot für Wiener! Ganz so schlimm ist es nicht, aber Bewohner der Bundeshauptstadt sind im Testcenter in Vösendorf (NÖ) - wie berichtet - nicht willkommen. Angegebener Grund: „Nur beschränkt verfügbare Testressourcen.“ Vösendorf lenkt auch nicht ein: Wiener müssen weiterhin draußen bleiben. Das Beispiel zeigt, wie engstirnig manche nach mehr als einem Jahr Pandemie immer noch denken. Zum Glück sind wir Wiener anders.

Bitte draußen bleiben! Was normalerweise nur für Hunde gilt, ist auch die Politik des Testcenters in Vösendorf für Wiener. „Es kamen ganze Busladungen von Wiener Firmen, das war einfach zu viel“, sagt Bürgermeister Hannes Koza. Nun, für Herrn Koza haben wir auch ein paar Zahlen:

Wien impft
Und zwar nicht nur Wiener, sondern auch Bürger aus anderen Bundesländern. Vor allem jene aus Niederösterreich, die zum Beispiel in Wien arbeiten. In Wien durchgeführte Impfungen, die an die Nachbarn gegangen sind: 59.598 Dosen.
„Machen wir ja auch“, werden die Niederösterreicher sagen. Richtig! Aber nicht in dieser Größenordnung. Zum Vergleich die Zahl der in Niederösterreich durchgeführten Impfungen, von denen Wiener profitiert haben: 19.236 Dosen. Macht für die Stadt ein Minus von 40.362 Vakzinen.

Wien rettet Leben
Auch das von Niederösterreichern. Wie ein Blick in die Wiener Kliniken zeigt: 54 Niederösterreicher liegen auf den Intensivstationen des Gesundheitsverbundes. Vier davon mit Corona. Zur Erinnerung: Es sind auch diese Zahlen, die darüber entscheiden, dass Wien am 19. Mai nicht alles öffnen kann, während die Niederösterreicher in ihren Lieblingslokalen sitzen. Noch ein Faktum: 345 Niederösterreicher befinden sich derzeit auf den Normalstationen, sechs davon leiden an einer Covid-Erkrankung.

Auch einen Testneid gibt es in Wien nicht, wie das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker betont. Alle seien auf den Teststraßen willkommen, von Vorarlberg bis zum Burgenland.

Sollen Eltern bevorzugt geimpft werden?
Indes ist in Wien eine Diskussion entbrannt: Sollen Eltern jetzt bevorzugt geimpft werden. Schlechte Nachricht: In Wien leben rund 279.000 Kinder und Jugendliche. Das wären theoretisch 568.000 Elternteile und damit auch Impfdosen für den Erststich. So schnell wird das also nichts.

Michael Pommer
Michael Pommer
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