29.04.2021 08:55 |

Tiefrot im 1. Quartal

Lufthansa: Covid-Krise sorgt für Milliardenverlust

Die anhaltende Corona-Krise im Luftverkehr hat die Bilanz des deutschen AUA-Mutterkonzerns Lufthansa im ersten Quartal erneut tiefrot gefärbt. Von Jänner bis März 2021 schrieb der Konzern unter dem Strich einen Verlust von einer Milliarde Euro, bei einem Umsatzeinbruch um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,56 Milliarden Euro. Die Tochter AUA hat für das erste Quartal einen operativen Verlust von 106 Millionen Euro gemeldet.

Den Verlust im Tagesgeschäft (bereinigtes EBIT) konnte der Airlinekonzern von 1,2 auf 1,1 Milliarden Euro reduzieren. Allerdings zieht sich die Erholung des Flugverkehrs hin. Konzernchef Carsten Spohr rechnet zwar weiterhin mit einer scharf ansteigenden Nachfrage ab dem Sommer. Dennoch traut sich Lufthansa für das Gesamtjahr nur noch eine Verkehrsleistung von 40 Prozent zu. Die Prognose von bis zu 50 Prozent wurde gekappt.

Grafik: Lufthansa und AUA im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zu 2019

Milliardenschwere Rettungspakete geschnürt
Dank Kostensenkungen war der Verlust unter dem Strich nur halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum, als die Pandemie weltweit ab März den Passagierluftverkehr fast zum Erliegen gebracht hatte. Die Airline-Gruppe, zu der neben der Hauptmarke Lufthansa auch AUA, Swiss und Brussels Airlines sowie der Ferienflieger Eurowings gehören, wurde so schwer vom Corona-Schock getroffen, dass sie mit einem milliardenschweren Finanzpaket gerettet werden musste. Die Verschuldung lag zuletzt bei 10,9 Milliarden Euro.

Frachtgeschäft boomt
Während alle Airlines der Lufthansa-Gruppe im Auftaktquartal 2021 Verluste einfliegen, erzielte der Konzern im Frachtgeschäft erneut einen Rekordgewinn, da die Frachtpreise bei knappem Angebot hoch sind. Die Lufthansa Cargo verdiente operativ 314 Millionen Euro. Auch die Wartungssparte Lufthansa Technik schrieb schwarze Zahlen mit 60 Millionen Euro Betriebsgewinn.

Passagierauslastung bei nur zehn Prozent
Die Lufthansa-Gruppe hatte im heurigen ersten Quartal nur ein Fünftel der Kapazität des Vorkrisenniveaus im Angebot, mit dem sie drei Millionen Passagiere beförderte - nur zehn Prozent des Vorjahresniveaus. Die Kosten sanken unter anderem durch Personalabbau, denn mittlerweile beschäftigt der Konzern mit gut 111.000 Mitarbeitern fast ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Zudem entlastet weiter die Kurzarbeit für einen großen Teil der Beschäftigten.

AUA startete mit mehr als 100 Millionen Verlust
Die mit Staatsgeld gerettete Lufthansa-Tochter AUA hat auch im ersten Quartal 2021 einen Verlust von mehr als 100 Millionen Euro eingeflogen. Der Flugplan blieb drastisch ausgedünnt, die hohen Infektionszahlen und Reisebeschränkungen in Europa bescherten bis März einen Passagierrückgang um 84 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2020.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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