12.01.2011 10:26 |

Facebook-Opfer

MySpace streicht die Hälfte seiner Stellen weltweit

Das US-Onlinenetzwerk MySpace hat nun bekannt gegeben, was bereits spekuliert wurde: Es will knapp die Hälfte seiner Stellen streichen. Eine "bedeutende organisatorische Restrukturierung" mache die Streichung von 47 Prozent aller Stellen des Unternehmens nötig, teilte MySpace-Chef Mike Jones am Dienstag in einer Erklärung mit. Grund dafür dürfte der massive Verlust an Nutzern, vor allem an Facebook, sein.

Die Entscheidung zur "Restrukturierung" betreffe etwa 500 Arbeitsplätze weltweit, so Jones. Die Internet-Plattform werde sich als Treffpunkt und Informationsquelle für kulturinteressierte Menschen unter 35 Jahren neu positionieren und damit ihre Aktivitäten einschränken und vereinfachen.

Die Unternehmensgruppe News Corporation des Medienmoguls Rupert Murdoch hatte MySpace 2005 zum Preis von 580 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) gekauft. Seitdem wurde das Internet-Unternehmen von dem Online-Netzwerk Facebook deutlich überholt, das mittlerweile fünf Mal so viele Nutzer wie MySpace hat und dreistellige Millionengewinne einfährt. Mit der schwindenden Bedeutung sinken auch die Werbeumsätze, die Verluste häufen sich. MySpace versucht derzeit den Neustart als Unterhaltungsplattform mit Musik und Videos. Bereits im vergangenen Jahr hatte MySpace eine drastische Sparrunde mitmachen müssen, der rund ein Drittel der Belegschaft zum Opfer fiel.

Neuer Eigentümer setzt MySpace unter Druck
Im November hatte der News-Corporation-Manager Chase Carey erklärt, MySpace blieben nur ein paar Quartale und nicht mehrere Jahre lang Zeit, um seine Überlebensfähigkeit zu beweisen. "Wir wollen Geschäftszahlen sehen, die sich in die richtige Richtung entwickeln, und einen deutlichen Weg hin zu Rentabilität", sagte Carey.

Massenentlassungen "hart, aber notwendig"
MySpace-Chef Jones erklärte nun, die geplanten Massenentlassungen seien zwar "hart, aber notwendig". Sie seien "beschlossen worden, um dem Unternehmen einen klaren Weg zu dauerhaftem Wachstum und Rentabilität zu geben". Jones verwies zugleich auf positive Entwicklungen: Seit dem Relaunch der MySpace-Website im Oktober habe das Netzwerk 3,3 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen. Außerdem habe es im November und Dezember bei den Nutzern, die die Plattform via Handy besuchen, eine Zuwachsrate von vier Prozent gegeben. MySpace hat laut Jones derzeit mehr als 100 Millionen Nutzer, davon die Hälfte in den USA.

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