Nach 22 Jahren

ORF-Aus: El-Gawhary lässt seine Fans entscheiden

TV
22.01.2026 18:01

Nachdem der ORF seinen Vertrag nicht mehr verlängert hat, tritt Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary (63) die Flucht nach vorne an und setzt auf Zuspruch seiner Fans.

Er ist seit 35 Jahren die Stimme aus dem Nahen Osten. So lange berichtet der in München geborene Sohn eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter schon aus dieser Brennpunktregion. Seit 2004 leitet der 63-Jährige auch das ORF-Nahostbüro in Kairo.

Kurz vor Weihnachten bestätigten sich Gerüchte, die schon lange die Runde gemacht hatten. Der unter Spardruck stehende ORF wird den Mitte 2026 auslaufenden Vertrag mit dem renommierten Journalisten nicht verlängern. Dieser hatte die israelische Besatzung des Gaza-Streifens bei einem Vortrag diese Woche wiederholt als „brutal“ bezeichnet und Trumps „Friedensrat“ als „kolonial“ kritisiert.

Immer wieder wurden deshalb auch politische Gründe für seinen Abgang vermutet. Tatsächlich hat die Kritik an der Nahostberichterstattung seit dem 7. Oktober 2023, dem Terrorangriff der Hamas gegen Israel und der israelischen Offensive in Gaza, massiv zugenommen. Auch gegen El-Gawhary gab es in den sozialen Medien immer wieder Kampagnen wegen seiner Arbeit.

Weiterer prominenter Abgang
Mit seinem unfreiwilligen Abgang ist Karim El-Gawhary ein weiteres prominentes Gesicht, auf das die Zuschauer – und Gebührenzahler – in Zukunft verzichten müssen. Neben Ukraine-Kriegsreporter Christian Wehrschütz verlassen auch Ungarn-Korrespondent Ernst Gelegs und „Urgestein“ Peter Fritz den Sender. Für Ö3-Morgenwecker Robert Kratky und Wetterlady Christa Kummer war ebenso Schluss wie zuvor schon für Claudia Reiterer, Verena Scheitz und Birgit Fenderl. Alle diese Abgänge hinterlassen Lücken, nicht nur in den Fernsehstudios, sondern auch bei Zigtausenden Fans.

Diese Tatsache macht sich Karim El-Gawhary jetzt zunutze. In Postings auf Instagram und Facebook (437.000 Abrufe) richtet er seinen Blick nach vorn. Er bedankt sich für die Wertschätzung, die ihm seinen Abgang beim ORF nach 22 Jahren leicht mache. Es gibt auch eine Online-Petition mit über 20.000 Unterschriften „von Menschen, die sich wünschen, dass es weitergeht. Das hat mich alles überwältigt und auch sehr bewegt.“

Der Korrespondent überlegt nun, gemeinsam mit der „Schwarm-Intelligenz“ in den sozialen Medien, wie es für ihn weitergehen könnte. „Ich blicke nach vorne und bin persönlich guter Dinge, etwas Neues aufzustellen, das vielleicht nicht mehr an ein offizielles Medium gebunden ist“, so El-Gawhary. Eine Überlegung sei etwa, einen wöchentlichen Podcast ins Leben zu rufen.

Das große Interview mit dem ORF-Korrespondenten lesen Sie in der Sonntags-„Krone“.

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