22.04.2021 21:38 |

Schwere Vorwürfe

Video beweist: Teslas Autopilot fährt ohne Fahrer!

Das einflussreiche US-Verbrauchermagazin Consumer Reports hat nach eigenen Angaben gefährliche Mängel bei Teslas „Autopilot“ des festgestellt. Auf einer Teststrecke sei es Ingenieuren beim Model Y gelungen, das Programm trotz leeren Fahrersitzes anzuwenden. Ohne dass das System irgendwelche Warnungen oder Hinweise abgegeben hätte

Auf öffentlichen Straßen würde ein solches Szenario eine „extreme Gefahr“ darstellen, so das Blatt. Die Untersuchung von Consumer Reports bringt Tesla weiter unter Druck nach einem Unfall mit laut Polizeiberichten leerem Fahrersitz, bei dem jüngst zwei Männer ums Leben kamen. Tesla weist Kunden zwar selbst darauf hin, dass der sogenannte Autopilot nur ein Assistenzsystem sei und deshalb der Mensch im Fahrersitz jederzeit die Hände am Lenkrad behalten müsse. Eigentlich soll die Software es bemerken und Warntöne abgeben, wenn dies nicht der Fall ist.

Doch im Test von Consumer Reports versagte das System angeblich nicht nur dabei sicherzustellen, dass der Fahrer jederzeit das Steuer übernehmen kann - es war dem Bericht nach nicht mal in der Lage festzustellen, ob der Fahrersitz überhaupt besetzt war. 

Und so wurde der Tesla überlistet:
Auf einem abgesperrten Gelände beschleunigte Experte Jake Fisher von Consumer Reports. den Wagen auf gut 20 km/h, aktivierte den Autopiloten und reduzierte dann die eingestellte Geschwindigkeit auf null. Anschließend hängte er eine Kette seitlich an das Lenkrad, um zu simulieren, dass er die Hand daran hatte, und wechselte auf den Beifahrersitz. Dabei war die Schnalle des Sicherheitsgurts im Schluss (Abschnallen würde den Autopiloten sofort deaktivieren). Vom Beifahrersitz aus erhöhte er die Geschwindigkeit über das Einstellrädchen am Lenkrad, der Tesla setzte sich in Bewegung. 

„Tesla fällt bei Modellen mit fortschrittlichen Fahrassistenzprogrammen hinter andere Autohersteller wie General Motors (GM) und Ford zurück, die Technik nutzen, die sicherstellt, dass der Fahrer die Straße im Blick behält“, meint Fisher.

Eine Stellungnahme von Tesla lag zunächst nicht vor. Der E-Autobauer von Starunternehmer Elon Musk steht wegen der Bezeichnung „Autopilot“ unter Rechtfertigungsdruck. Kritiker finden, dass der Name eine Übertreibung ist, die zu fahrlässiger Nutzung einladen könnte. Diese Diskussion dürfte weiter Fahrt aufnehmen. Denn die nächste Evolutionsstufe des Programms, die derzeit in der Testphase ist, nennt Tesla sogar „Full Self-Driving“ (komplett selbstfahrend), obwohl es nach gängigen Kriterien weiter ein Assistenzsystem bleibt.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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