21.04.2021 19:43 |

Zu Fuß geflüchtet

Schlepper (21) wollte Familie ins Land bringen

Ein Schlepper (21) hat am Wochenende der slowenischen Polizei eine Verfolgungsjagd geliefert und ist schließlich zu Fuß nach Österreich geflüchtet, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA am Mittwoch mitteilte. Der Brite hatte eine fünfköpfige irakische Familie im Auto. Die Slowenen hatten den Mann zu stoppen versucht, dabei beschädigte der Brite zwei Streifenwagen. Samstagfrüh fiel der Mann einer Bundesheer-Patrouille in Bad Radkersburg auf.

Der britische Staatsangehörige hatte mit den Irakern in einem Auto mit spanischen Kennzeichentafeln Freitagabend offenbar die kroatisch-slowenische Grenze an einem kleinen Übergang südöstlich von Srednja Bistrica überquert. Kurz hinter der Grenze wollte ihn eine slowenische Grenzpolizeistreife kontrollieren. Der Mann fuhr plötzlich rückwärts mit voller Wucht in den Streifenwagen und flüchtete Richtung Autobahn (A5) in Richtung Murska Sobota.

Auto von der Polizei gestoppt
Kurz vor der Autobahnauffahrt warteten Polizisten mit über die Straße gezogenen Stachelbändern. Dem ersten Band konnte der Brite noch ausweichen, beim zweiten war Endstation, die Reifen seines Pkw wurden zerfetzt. Die Iraker ließ der Schlepper zurück, er selbst verschwand zu Fuß in der Dunkelheit. Die Iraker suchten in Slowenien um Asyl an. Eine irakische Frau erlitt bei der Verfolgungsjagd Verletzungen.

Die slowenischen Behörden verständigten kurz vor Mitternacht ihre Kollegen in den Nachbarstaaten Ungarn und Österreich. Am Samstag in der Früh fiel dann einer Bundesheer-Patrouille im steirischen Grenzort Bad Radkersburg eine verdächtige Person bei einem Lagerhaus auf, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Die Soldaten informierten die Polizei, die den Mann aufgrund der Verletzung von Covid-19-Bestimmungen über die Murbrücke nach Slowenien zurückschickte. Dort warteten bereits slowenische Polizisten.

Er ist bereits amtsbekannt
Der Mann muss sich wegen illegalen Grenzübertritts von Kroatien nach Slowenien, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Behinderung von Ermittlungen verantworten. Den Behörden ist er kein Unbekannter: So soll er 2020 in Celje (Cilli) bei einer Verkehrskontrolle nicht angehalten und auf der Flucht absichtlich mehrere Streifenwagen beschädigt haben. In Bad Radkersburg soll er zu Beginn des Monats einen Verkehrsunfall verursacht haben und dann geflüchtet sein.

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