12.03.2021 14:50 |

Microsoft-Scam boomt

Nicht abheben: Behörde warnt vor Telefonbetrügern

In Österreich häufen sich Betrugsversuche falscher Microsoft-Mitarbeiter, die ihren Opfern am Telefon eine angebliche Fernwartung ihres Rechners aufschwatzen und, wenn sie einmal Zugriff haben, das Konto plündern. Die Rundfunk- und Telekomregulierungsbehörde RTR warnt hier insbesondere vor Anrufen mit britischer Vorwahl +44. Aber auch Ping-Anrufe aus Kuba, Tunesien, Litauen, Weißrussland und Monaco wurden zuletzt vermehrt gemeldet.

Die Masche ist altbekannt, führt für die Betrüger aber immer noch oft genug zum Erfolg: Sie rufen ihre Opfer an, geben sich als angeblicher Microsoft-Mitarbeiter aus und schwatzen dem Opfer auf, der PC sei mit Viren infiziert. Wenn man ihnen nur Zugriff per Fernwartungs-Software gewähre, würde das Problem gelöst, heißt es. Dann werden die Opfer zum Start ihrer Online-Banking-Angebote verleitet und die Konten geplündert. Erst vor wenigen Tagen fiel eine 23-jährige Salzburgerin auf den Trick herein.

Vorsicht bei Anrufen aus Großbritannien
Auf ihrer Website warnt die RTR in der jüngst aktualisierten Liste verdächtiger Rufnummernbereiche explizit vor solchen Scam-Anrufen aus Großbritannien. Bei Anrufen mit der Vorwahl +44 sollten daher die Alarmglocken schrillen.

Ihren Ursprung haben solche betrügerischen Anrufe oft in darauf spezialisierten, von Kriminellen betriebenen Callcentern im Ausland. Ein solches wurde vor rund einem Jahr beispielsweise in Indien aufgespürt: Ein Hacker hatte einen Scam-Anrufer ausgetrickst und sich ins Netzwerk des Callcenters eingeklinkt, um den Betrügern bei der „Arbeit“ zuzusehen.

Teure Ping-Anrufe aus aller Welt
Neben betrügerischen Anrufen warnt die Behörde auch vor sogenannten Ping-Anrufen. Hier lassen es die Anrufer nur einmal läuten und hoffen auf einen kostspieligen Rückruf.

Solche Ping-Anrufe gehen derzeit häufig von tunesischen Rufnummern mit der Vorwahl +216 aus. Auch aus Kuba (+535), Litauen (+370), Weißrussland (+375) und Monaco (+377) häufen sich Ping-Anrufe. Wer einen Anruf in Abwesenheit mit verdächtiger Vorwahl auf seinem Handy entdeckt, sollte also keinesfalls zurückrufen und in die Falle tappen.

Wer von Scam- und Ping-Anrufen belästigt wird oder auf Nummer sicher gehen will, nicht zum Ziel zu werden, sollte die betreffenden Rufnummern auf seinem Smartphone blockieren. Die entsprechende Funktion bieten sowohl iOS- als auch Android-Smartphones. Die Rufnummernsperre ist über die Anrufliste der jeweiligen Telefon-App zugänglich.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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