16.02.2021 05:00 |

Folgen fürs Leben

Schmerzen bei den Jüngsten oft übersehen

Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen werden in vielen Fällen unzureichend therapiert. Das kann für die Betroffenen lebenslange Probleme mit sich bringen. Rasch eingreifen!

Schmerzen sind unter Kindern und Jugendlichen weiter verbreitet als man vermutet und verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit. So zeigen bereits Babys im Mutterleib ab der 26. Schwangerschaftswoche Reaktionen auf solche Reize. Bei Früh- und Neugeborenen sind die Schmerzschwellen generell niedriger und die Reaktionen noch stärker ausgeprägt. „Kinder sollten von Anfang an so wenig Beschwerden wie möglich erleben, denn: Starke Schmerzreize in der Neonatalperiode können die normale Entwicklung des Systems zur Schmerzwahrnehmung und -unterdrückung verhindern und bleibende Veränderungen im Empfinden bewirken“, so OÄ Dr. Waltraud Stromer von der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), deren Vizepräsidentin sie ist. Je länger und öfter solche Probleme bei den Jüngsten auftreten, desto gravierender wird das Chronifizierungsrisiko. Daher sind Schmerzvermeidung durch vorbeugende Maßnahmen und eine gezielte Therapie sehr wichtig. Unzureichend behandelt und wiederkehrend können diese Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen.

Damit bei Untersuchungen und Behandlungen keine unnötigen Schmerzen entstehen, vermögen Ärzte vorbeugende Maßnahmen zu setzen. „Bei unkomplizierten HNO-Eingriffen ist beispielsweise vor der Operation keine Blutabnahme notwendig. Bei kleinen Eingriffen wie einer Injektion kann das Auftragen von speziellen, betäubenden Cremes oder Pflastern den Schmerz beim Nadelstich lindern“, erklärt OÄ Dr. Stromer. Vor Impfungen ist es möglich, Kindern auch Paracetamol oder Ibuprofen zu gegeben.

Die Schmerztherapie ist vor allem bei sehr kleinen Kindern herausfordernd. Die Dosierung der Medikamente muss exakt an Alter und Körpergewicht angepasst, Tageshöchstwerte und Dosierungsintervalle müssen adaptiert werden. Nicht alle Mittel für Erwachsene sind auch für die Kinderheilkunde geeignet. „Das darf aber kein Grund für eine schmerzmedizinische Unterversorgung bei Kindern und Jugendlichen sein. Es gibt auch für diese Patientengruppe eine große Auswahl an Medikamenten“, betont Dr. Stromer.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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