28.01.2021 05:00 |

Neue Studie

Hautkrebs wurde 2020 seltener diagnostiziert

Was sich auf den ersten Blick nach einer guten Nachricht anhört, ist leider alles andere als eine positive Entwicklung. Der dramatische Hintergrund: Viele Menschen haben während der Corona-Pandemie den Weg zum Arzt gescheut. Dadurch wurde bösartiger Hautkrebs oft erst in einem späten Stadium oder gar nicht entdeckt. Experten empfehlen, die Hautkrebsvorsorge auch jetzt nicht zu vernachlässigen.

Im vergangenen Jahr bekamen deutlich weniger Patienten als 2019 den Befund „Hautkrebs“. In manchen Monaten wurden bis zu 50 Prozent (!) weniger Basaliome („weißer Hautkrebs“), kutane Plattenepithelkarzinome (treten meist an sonnenexponierten Körperstellen, etwa im Gesicht, an den Schultern, Armen und Händen auf) und Melanome („schwarzer Hautkrebs“) diagnostiziert, wie ein kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ erschienener Artikel von Dermatologen aus mehreren amerikanischen Universitätskliniken zeigt. „Dies birgt, insbesondere bei Tumoren, die Metastasen bilden, das hohe Risiko einer Erstdiagnose in einem bereits fortgeschrittenen Krebsstadium mit einer schlechteren Prognose“, berichtet a.o. Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller, Leiter der Arbeitsgruppe Melanom und dermatologische Onkologie der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV).

Die ÖGDV warnt daher alle Österreicher davor, die Hautkrebsvorsorge während der jetzigen „Coronakrise“ zu vernachlässigen. „Bei verdächtigen Hautveränderungen sollte ohne Verzögerung der Hautarzt aufgesucht werden, um eine frühzeitige Diagnose und effektive Behandlung von Tumoren auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie sicherzustellen“, erklärt Prof. Dr. Höller. Betroffene müssen sich übrigens keine Sorgen machen: Durch die Behandlung ihres Karzinoms haben sie kein erhöhtes Risiko, schwer an Corona zu erkranken. „Auch bei Patienten, die aufgrund einer fortgeschrittenen Hautkrebserkrankung eine Immuntherapie mit Check-Point-Inhibitoren erhalten, besteht kein Grund, die Behandlung wegen der Pandemie zu verzögern“, versichert der Experte. Check-Point-Inhibitoren sind Medikamente, die eine „Bremse“ im Immunsystem deaktivieren, um den Abwehrzellen eine bessere Kontrolle der Tumorerkrankung zu erlauben. Mediziner waren davor einige Zeit in Sorge gewesen, dass es dadurch bei behandelten Krebspatienten zu schwereren COVID-19-Verläufen kommen könnte. Eine Studie konnte nun jedoch beweisen, dass keine Gefahr besteht.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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