13.01.2021 13:55 |

Zwei Versuche übrig

Deutscher verliert Passwort zu 180 Mio. Euro

Eine Schlamperei hat einen Deutschen um Hunderte Millionen Euro gebracht: Stefan Thomas, der als Programmierer in San Francisco lebt, weiß das Passwort für sein Bitcoin-Konto nicht mehr. Er hat noch zwei Versuche übrig, den Code einer geschützten Festplatte korrekt einzugeben, wo er den Zugang für die digitale Geldbörse gespeichert hat - bei zwei falschen Eingaben ist diese für immer gesperrt und 220 Millionen Dollar (rund 180 Millionen Euro) verloren.

Thomas ist stolzer Besitzer von 7002 Bitcoins, die über einen ansehnlichen Wert verfügen. Den Zugang zu diesem Vermögen hatte er auf einer gesicherten Festplatte, einem sogenannten IronKey, gespeichert. Wenn man dort zehn Mal das falsche Kennwort eingibt, wird dessen Inhalt für immer verschlüsselt, berichtete die „New York Times“.

Den Code hatte sich der Programmierer vor Jahren notiert doch den Zettel verloren. Acht seiner beliebtesten Passwort-Kombinationen hat Thomas schon probiert. „Ich lag oft einfach im Bett und dachte darüber nach“, erklärte der gebürtige Deutsche. „Dann ging ich mit irgendeiner neuen Strategie an den Computer, doch es funktionierte nicht und ich verzweifelte“, schildert Thomas sein Martyrium, das inzwischen neun Jahre andauert.

Peinlich ist ihm dieses Missgeschick aber offenbar nicht: Er teilte den Bericht der Zeitung auf Twitter.

Bitcoins im Wert von 140 Milliarden Dollar wurden verloren
Wie „New York Times“ berichtet, geht es vielen Kryptowährungs-Besitzern so wie Thomas. Bitcoins im Wert von 140 Milliarden Dollar dürften auf verloren gegangenen digitalen Geldbörsen liegen. Viele von ihnen hätten die Bitcoins schon kurz nach der Geburtsstunde der Kryptowährung vor rund zehn Jahren besessen - zu einer Zeit, als kaum jemand das Vertrauen hatte, dass die digitalen Münzen einmal dermaßen im Wert steigen würden.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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