Nach Sturm auf Kapitol

Parler: Von Rechten genutzter Onlinedienst offline

Web
10.01.2021 12:31

Das Twitter-Konto von Noch-US-Präsident Donald Trump ist gesperrt. Nun haben Apple, Google und Amazon auch seine Anhänger ins Visier genommen. In der Nacht auf Sonntag hat Amazon das gerne von Rechten genutzte Mikroblogging-Netzwerk Parler abgeschaltet. Nach dem gewaltsamen Sturm auf das US-Kapitol hatten bereits die beiden anderen Tech-Giganten Parler aus ihren App-Stores verbannt.

In einem Brief an Parler schrieb Amazon, dass das Netzwerk nicht schnell genug gegen gewalttätige Inhalte auf der Plattform vorgegangen sei. „Wir haben eine stetige Zunahme dieser gewalttätigen Inhalte auf Ihrer Website gesehen, die alle unsere Nutzungsbedingungen verletzen“, hieß es in dem Schreiben. Angesichts der Ausschreitungen im US-Kapitol am Mittwoch bestehe ein „ernsthaftes Risiko, dass diese Art von Inhalten weiter zur Gewalt anstacheln wird.“

Parler sucht nach neuem Anbieter
Laut Parler-Gründer John Matz könnte sein Dienst nun „bis zu einer Woche“ nicht verfügbar sein, bis ein anderer Cloud-Anbieter gefunden sei. „Wir werden unser Bestes tun, um sofort zu einem neuen Anbieter zu wechseln“, schrieb Matz auf seinem Profil.

Das Logo der Instant-Messaging-Plattform Parler (Bild: APA/AFP/Olivier DOULIERY)
Das Logo der Instant-Messaging-Plattform Parler

Parler startete im Jahr 2018 und war zunächst eine Heimat für Rechtsextremisten. Seitdem aber Netzwerke wie Facebook und Twitter aktiv gegen Falschmeldungen sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Plattformen wie Parler, Newsmax und Rumble auch von anderen Seiten Zulauf bekommen. Unter anderem wanderten Unterstützer des abgewählten US-Präsidenten, die dessen unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe glauben, auf die Plattformen ab.

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