30.12.2020 12:40 |

krone.at-Kolumne

Die Corona-Impfung ist nicht das Allheilmittel

Nach dem europaweiten Impfstart ist die Hoffnung auf einen baldigen Weg zurück in die Normalität groß. Das ist sehr gutgläubig - denn solange die Impfung freiwillig ist und die Menschen sich in Skilifte drängen, wird uns das Virus noch länger begleiten. Die Regierung sollte sich ihre hoffnungsvollen Floskeln vom „Licht am Ende des Tunnels“ daher lieber sparen. Sie stimmen nur bedingt.

Ja, der Impfstart ist fürs Erste ein Hoffnungsstreif am düsteren Corona-Himmel. Nach diesem entbehrungsreichen und mühsamen Jahr 2020 kann es dann langsam wieder aufwärtsgehen. Die Meldung, dass in Österreich die erste Person gegen das Virus geimpft wurde, ist trotz entbehrlicher Showeinlage ein erfreulicher Schritt in Richtung Normalität. Bei aller Euphorie über den Impfstart ist es dennoch sehr blauäugig, seine ganze Hoffnung auf die Durchimpfung der Bevölkerung zu setzen.

Normales Leben braucht Impfpflicht oder wieder Lockdown & Co.
Es darf nämlich nicht vergessen werden, dass die Impfung - zumindest wenn man den Politikern Glauben schenken mag - auf Freiwilligkeit basiert und die Impfbereitschaft in Österreich traditionell nicht besonders groß ist. Laut Umfragen will sich nämlich nur jeder Fünfte sicher immunisieren lassen. Das reicht nicht mal ansatzweise für die Rückkehr zu einem normalen Leben. Dafür muss man schon auch die Impfmuffel mobilisieren und auf eine Pflicht setzen oder parallel zu einer Aufklärungskampagne weiter mit Maßnahmen, Lockdown & Co. weiterwursteln.

Skilifte im Lockdown offen? Das macht nur verdrossen!
Deswegen ist anzunehmen, dass es auch trotz Impfung im neuen Jahr noch Einschränkungen in unser aller Leben geben wird. Diese sollten aber bitte dieses Mal möglichst sinnvoll sein. Die Idee der türkis-grünen Bundesregierung, im Lockdown Skilifte zu öffnen, aber dafür Fitnesscenter geschlossen zu lassen, ist es jedenfalls nicht. Das macht auch mit viel Fantasie keinen Sinn und noch schlimmer: Der Anblick voller Talstation macht wütend und lässt selbst den maßnahmentreuesten Bürger verdrossen zurück. So schwindet nur das Verständnis und die Motivation - und beides werden wir auch im neuen Jahr noch brauchen.

Liebe Regierung, bitte im neuen Jahr auch weniger Durchhalteparolen!
Von einer „Rückkehr zur Normalität“ mit der Impfung, wie es von Vertretern der Bundesregierung vielfach gepriesen wurde, kann also keine Rede sein und ist wohl eher als nette Durchhalteparole zu verbuchen. Aber auch die zermürben, wenn sie in Dauerschleife propagiert werden und am Ende auch nicht stimmen. Die Pandemie wird uns realistisch gesehen nämlich noch länger begleiten.

Katia Wagner, krone.at

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