09.12.2020 11:26 |

Warten auf Gesetz

Trotz Rückgangs gut 700.000 im Home-Office

Derzeit befinden sich in Österreich 700.900 Menschen im Home-Office. Damit verrichtet etwa jeder Fünfte Erwerbstätige seine Arbeit von zu Hause aus (19,6 Prozent), berichtete die Statistik Austria am Mittwoch. Währenddessen hat sich die Beschäftigtenzahl im von der Corona-Pandemie weniger stark betroffenen dritten Quartal leicht erholt. Sie stieg im Vergleich zum Vorquartal um 146.200 bzw. 3,5 Prozent an. Trotzdem waren um 31.100 Menschen weniger in Beschäftigung als im dritten Quartal 2019. 

Die Zahl der offenen Stellen brach verglichen zum Vorjahresquartal um ein Fünftel auf 99.900 ein. Arbeitslose gab es um 59.600 mehr als im Jahr davor. Beim Home-Office bedeutet der aktuelle Wert von knapp 700.000 einen Rückgang von 11 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Ausschließlich von zu Hause aus arbeiten nur mehr 8,5 Prozent der Erwerbstätigen (minus 14,3%). Auch im dritten Quartal wurde mit steigendem Bildungsniveau und mit höherer beruflicher Qualifikation häufiger von zu Hause aus gearbeitet. Mittlerweile verrichten etwa gleich viele Frauen wie Männer Telearbeit.

Präsenzunterricht an Schulen führte zu Rückgang
Zu den Branchen mit den höchsten Homeoffice-Anteilen zählten im dritten Quartal weiter Information und Kommunikation (59,3 Prozent), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (44,8 Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (40 Prozent). Den größten Rückgang bei coronabedingtem Homeoffice wiesen Erwerbstätige in der Branche Erziehung und Unterricht (-39,6 Prozentpunkte) und Personen in akademischen Berufen (-27,7 Prozentpunkte) auf.

Pandemie macht Home-Office-Gesetz notwendig
Im laufenden vierten Quartal dürften wegen des Lockdowns wieder mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben als im dritten Quartal. Derzeit verhandeln die Sozialpartner neue, langfristige Regeln für das Home-Office, die ab dem kommenden Jahr gelten sollen. Der pandemiebedingte Schub bei dieser Arbeitsform macht dies notwendig. „Wir wollen rasch eine klare Regelung“, hatte AK-Präsidentin Renate Anderl zuletzt Ende November gefordert.

Die Zahl der Arbeitslosen nach internationaler Definition stieg seit dem zweiten Quartal 2020 nur leicht auf 263.300 Personen (+11.600) an. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 lag die Arbeitslosigkeit coronabedingt um 59.600 bzw. 29,3 Prozent aber sehr deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote nach ILO-Definition war mit 5,7 Prozent um 1,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Männer und Frauen waren nahezu gleich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen.

Überdurchschnittlich stark ist die Arbeitslosenquote bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss auf 13,8 Prozent (+3 Prozentpunkte) sowie bei Personen mit Lehrabschluss auf 4,8 Prozent (+1,5 Prozentpunkte) angewachsen. Bei Akademikern fiel der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr am geringsten aus.

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