09.11.2020 10:29 |

Hilfe im Alltag

Lockdown & Co.: Strategien, die es leichter machen

Lockdown, Terror, US-Wahl - alleine die letzte Woche fühlte sich an wie ein ganzes Jahr. Das Herz hat es aktuell schwer. Doch zwischen all dem Schrecken gibt es auch noch Gutes.

Zugegeben, es ist derzeit nicht leicht, die Moral hochzuhalten. Die Ereignisse überschlagen sich, von außen prasselt viel Schweres auf uns herein, viele schöne Dinge sind verboten – und die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Der Logarithmus der Social-Media-Kanäle spiele zudem immer dieselben Nachrichten herein, sagt Psychologin Barbara Juen. Es könne so der Eindruck entstehen, dass es kaum noch Gutes gibt. Doch dem ist – selbst in einem so verrücktem Jahr wie diesem – nicht so. Und weil es in schlechten Zeiten gute Seiten braucht, lassen wir oben Menschen aus der Bevölkerung erzählen – von großen und kleinen Momenten des Glücks, von Erkenntnissen und Freuden.

Der Mensch kann selektieren, welche Nachrichten er konsumiert, sagt Juen. „Sich zu informieren, ist gut und wichtig, doch bei zu viel Negativem verfällt man schnell in die Angst.“ Sie rät deshalb, Pausen einzulegen, Nachrichten nicht mehr direkt vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufstehen zu lesen. „Es ist gut, sich dem Problem zu stellen“, erklärt Juen, „aber manchmal muss man auch einen Schritt zurückgehen.“

Zudem gibt es viele kleine Möglichkeiten, die helfen, auch den Alltag unter diesen besonderen Bedingungen etwas leichter zu gestalten. „Jeder Mensch kennt gewisse Tätigkeiten, die ihm helfen, Stress abzubauen. Das kann die Gartenarbeit sein, oder stricken“, sagt Juen, „was auch immer dazu führt, den Kopf ein bisschen auszuschalten.“

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„Sich zu informieren, ist gut und wichtig, doch bei zu viel Negativem verfällt man schnell in die Angst.“

Psychologin Barbara Juen

Hilft auch das nicht, kann man die Aufgabe etwas verkomplizieren, um die Aufmerksamkeit zu binden, rät sie. Ist das Ventil – etwa tanzen zu gehen – aktuell nicht möglich, kann man anpassen statt zu verzichten; etwa indem man zu Hause die Musik aufdreht. „Natürlich ist das nicht dasselbe“, sagt Juen. Dennoch könne es helfen, Stress abzubauen.

Neben Tätigkeiten gibt es auch Orte, die Ruhe bringen. „Gerade die Natur ist in der Corona-Krise für viele sehr wichtig geworden“, weiß sie. „Man kann auch im kleinen Umfeld schauen, ob es Orte gibt, an denen man sich besonders wohlfühlt. Das kann die Badewanne sein, oder eine Leseecke“, sagt Juen.

Auch Personen können helfen, zur Ruhe zu kommen. „Es gibt Menschen, mit denen kann man gut reden kann, mit anderen sporteln, manche ärgern einen vielleicht auch“, sagt die Expertin. „Gerade in angespannten Zeiten sollte man sich überlegen – welche Beziehungen tun mir gut und welche nicht und dementsprechend in Kontakt treten.“

Wollen auch Sie uns erzählen, was Ihr Leben reicher macht, was Ihnen durch die Krise hilft, oder wofür Sie dankbar sind? Schicken Sie uns eine E-Mail an: guteseiten@kronenzeitung.at

Alexandra Halouska, Kronen Zeitung

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