11.10.2020 06:01 |

360-Grad-Notebook

Business im Blut: Fujitsu Lifebook U9310X im Test

Der japanische Fujitsu-Konzern hatte in den letzten Jahren wenig Glück am PC-Markt und gliederte sein Notebookgeschäft in ein Joint-Venture aus, an dem der PC-Riese Lenovo die Mehrheit hält. Geräte für Privatkunden baut man nicht mehr, stattdessen konzentriert man sich auf Business-Notebooks, die freilich auch Privatleute kaufen können. Das neueste unter ihnen ist das Fujitsu Lifebook U9310X mit 360-Grad-Scharnier, Tablet-Modus und einem Fliegengewicht von einem Kilo. Wir haben es getestet.

Auch, wenn der chinesische IT-Konzern Lenovo Mehrheitseigener der Firma Fujitsu Client Computing Limited ist, wird das U9310X nicht in China gebaut, sondern in Japan. Dort konnte Fujitsu seine PC-Fabriken nach Gründung des Joint-Ventures mit den Chinesen retten, in Europa schloss das Unternehmen die letzte PC-Fabrik des Kontinents im deutschen Augsburg.

Überzeugend verarbeitet, aber kein Schnäppchen
Die Verarbeitung ist höchst überzeugend: Leichtes und robustes Magnesium dominiert, erfreut mit einer griffigen Oberfläche, bietet trotz geringem Gewicht die für ein Notebook gebotene Steifigkeit - und macht in der getesteten roten Variante mit Core-i5-Chip und LTE-Modem um rund 1400 Euro trotzdem einen gefälligen Eindruck. Wer mehr Power braucht, bekommt auf Wunsch auch eine Core-i7-Version, die mit bestmöglicher Ausstattung aber mehr als 2000 Euro kostet.

Die Hardware-Spezifikationen des getesteten Lifebook U9310X:

Fujitsu Lifebook U9310X

CPU

Intel Core i5-10210U: 4 x 1,6 GHz

RAM

16 GB LPDDR3

Diagonale

13,3 Zoll (matter Touchscreen)

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

Massenspeicher

512 GB SSD

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel UHD Graphics

Anschlüsse

HDMI 1.4, 2 x USB-C (mit Displayport), 2 x USB 3.0, Gigabit-LAN, 3,5-mm-Klinke, Smartcard, SD-Kartenleser

Funkstandards

LTE, .ax-WLAN, Bluetooth 5.0

Webcam

2 Megapixel (IR)

Akku

50 WH, 12 Stunden lt. Hersteller

Software

Windows 10 Pro

Extras

Handflächen-Scanner
Beleuchtete Tastatur
360-Grad-Scharnier
Robust: MIL-STD-810G

Gewicht

1 Kilo

Straßenpreis

ab ca. 1400 Euro

Dass das Lifebook U9310X Business im Blut hat, bemerkt der Nutzer gleich beim Erstkontakt: Mattes Display trotz Touch-Funktion, eine - Kreuzschraubenzieher genügt - Wartungsklappe an der Unterseite, LTE-Mobilfunk, Anschlüsse en masse, eine für so ein leichtes Gerät viel Hub und einen klaren Druckpunkt bietende beleuchtete Tastatur. Beim Lifebook U9310X findet man viele für Geschäftskunden erfreuliche Features, die man beim gemeinen Consumer-Notebook nicht immer vorfindet. Manches davon wird freilich nicht nur Geschäftskunden locken, sondern auch bei Privatnutzern Anhänger finden.

Genug Power für die alltägliche Arbeit
Die gebotene Leistung ist für die tägliche Arbeit völlig ausreichend: Der Quad-Core-Chip von Intel liefert, gepaart mit 16 Gigabyte DDR3-RAM, mehr als genug Power für Office, Surfen, den Medienkonsum und alles andere, das nicht nach einer potenten Grafiklösung verlangt. Dass die Onboard-Grafik nicht für Gamer geeignet ist, überrascht dabei nicht. Die sind hier auch nicht die Zielgruppe.

Jagt man das Setup durch den gängigen Benchmark-Belastungstest PCMark 10, erzielt es grundsolide 3970 Punkte. Erwähnenswert: Der regelbare Lüfter geht unter Last im Normalmodus beherzt ans Werk und ist bei starker Beanspruchung gut hörbar. Bei geringer Beanspruchung oder im Silent Modus operiert das Lifebook U9310X aber leise bis lautlos.

Das Display, das Fujitsu verbaut, ist exzellent: Die hohe Helligkeit von bis zu 400 Nits sorgt auch draußen für eine gute Ablesbarkeit. Spiegelungen sind auf dem matten Touch-Display auch kein allzu großes Problem. Die seitliche Ablesbarkeit ist jederzeit gegeben, die Farbdarstellung realistisch, die Schärfe mit Full-HD-Auflösung für unseren Geschmack vollkommen ausreichend und obendrein akkuschonend im Vergleich zu 4K.

Die Anschlüsse sind eine Offenbarung
Die Ausstattung des Lifebook U9310X ist in einer Zeit, in der die Hersteller bei den Anschlüssen immer geiziger werden, geradezu eine Offenbarung. Ein SD-Kartenleser, ein Smartcard-Schacht, je zwei USB-C- und USB-3.0-Anschlüsse, eine Audioklinke und obendrein sogar noch ein Ethernet-Port lassen wahrlich keine Wünsche offen. Bedenkt man, dass man es hier mit einem Subnotebook der 1-Kilo-Klasse zu tun hat, ist die Anschluss-Vielfalt umso erfreulicher.

Gut gefallen haben uns auch die Sicherheits-Features: Die Webcam taugt für Windows-Hello-Gesichtserkennung, statt eines Fingerscanners gibt es einen Handflächen-Scanner. Um den einzurichten, braucht es Zusatz-Software von Fujitsu, die auf unserem Testgerät nicht vorinstalliert war. Nach dem Installieren funktionierte die Handflächenerkennung dann - allerdings erwies sich diese Entsperr-Methode als eher mühsam. Mal ist die Handfläche zu nah, dann wieder zu weit vom Sensor entfernt. Der Handflächen-Scanner mag Sicherheit bieten, benutzerfreundlich ist er aber nicht.

Gute Eingabegeräte, Tablet mit Stiftbedienung
Gut haben uns die Eingabegeräte gefallen: Die beleuchtete Tastatur erfreut mit angenehmem Tippgefühl, klarem Druckpunkt und verblüffend viel Hub für ein nicht mal zwei Zentimeter dickes Gerät. Das Touchpad könnte heutzutage etwas größer sein, bietet aber gute „Gleiteigenschaften“ und klar abgegrenzte Maustasten. Ebenfalls lobenswert: Das Gerät verfügt über gummierte Kantenschoner, falls es doch einmal etwas rauer zugeht.

Der Touchscreen reagiert zuverlässig und ist auf Knopfdruck abschaltbar, wenn man ihn nicht benötigt. Für gewisse Aufgaben lässt sich das Lifebook U9310X dank 360-Grad-Scharnier in ein Tablet mit Tastatur an der Rückseite verwandeln. Die Haptik ist gewöhnungsbedürftig, das Gewicht mit einem Kilo für die längere Tablet-Nutzung letztlich zu hoch, bisweilen könnten sich manche Nutzer aber über dieses Extra freuen. Zumal es die Performance als Arbeits-Laptop in der Praxis nicht weiter schmälert und man mit dem kleinen, im Gehäuse versenkbaren Eingabestift Dokumente effektiv mit Notizen versehen kann.

Solide Akkulaufzeit, gewohntes Windows 10 Pro
Die Akkulaufzeit - geladen wird wahlweise über eine Rundbuchse oder USB-C - sollte in aller Regel für einen Arbeitstag ausreichen: Zwölf Stunden verspricht der Hersteller, in der Praxis haben wir diesen Wert beim WLAN-Surfen auch fast erreicht. Beansprucht man das Gerät stärker oder arbeitet draußen mit maximaler Bildschirmhelligkeit, schrumpft die Laufzeit, ein Arbeitstag sollte in den meisten Fällen aber jedenfalls drin sein.

Bei der Software gibt es keine Überraschungen: Vorinstalliert ist Windows 10 Pro, einige Fujitsu-Dreingaben - etwa zur Lüfter- und Touchscreen-Steuerung - sind ebenfalls an Bord. Ein bisschen Bloatware in Form von Spielen oder Streaming-Angeboten ist ebenfalls vorinstalliert, kann aber problemlos gelöscht werden.

Fazit: Das Fujitsu Lifebook U9310X macht als Business-Notebook mit Tablet-Ambitionen vieles richtig: Es ist robust, das Touch-Display ist auch draußen akzeptabel nutzbar, Eingabegeräte und Verarbeitung sind gelungen und Features wie das LTE-Modem oder die leicht zu öffnende Wartungsklappe erfreuen nicht nur Geschäftskunden. Es macht als Laptop eine gute Figur, überzeugt aber auch als Gelegenheits-Tablet. Die vielen Anschlüsse heben das Lifebook U9310X von der Konkurrenz ab. Der unter Last etwas lautere Lüfter und die geringe 3D-Leistung ändern da am sehr guten Gesamteindruck auch nichts mehr.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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