23.08.2020 17:00 |

Nina Ortlieb

„Das ist für mich ein großes Privileg“

Die „Krone“ traf Ski-Ass Nina Ortlieb am Arlberg und plauderte mit der 24-Jährigen über ihre Heimat Lech, Phasen des Nachdenkens, wie sie ihren ersten Weltcupsieg einordnet und das anstehende Flexenrace.

Nina, Sie trainieren im Olympiazentrum Innsbruck, studieren auch dort. Ist Lech dennoch Ihre Heimat ?

Auf jeden Fall! Besonders dann, wenn man von Rennen oder Trainingskursen wie zuletzt in der Schweiz zurückkommt, ist Lech meine erste Anlaufstelle. Ich habe hier meine Wurzeln und es gibt nur wenige Orte, die einem so viel Energie geben wie der Heimatort.

Zu Beginn der Corona-Krise wurde Lech unter Quarantäne gestellt. Wie haben Sie die Situation hier wahrgenommen?

Um ehrlich zu sein, war ich sehr froh hier und nicht in Innsbruck oder einer anderen Stadt zu sein. Man konnte ja trotzdem an die frische Luft, hatte genug Platz und das Wetter war zumeist perfekt. Außerdem hatte ich die Möglichkeit mein BWL-Studium voranzutreiben. Da fehlt mir nun nur mehr die Abschlussprüfung. Aber auch für das Grundlagentraining hatte ich bei uns im Hotel die besten Voraussetzungen. Insofern habe ich diese Zeit eher positiv wahrgenommen.

Eine Phase, in der viel Zeit zum Nachdenken blieb, Dinge einzuordnen, zu relativieren. Auch bei Ihnen?

Mir war schon vor Corona bewusst, wie wichtig die Gesundheit für jeden von uns ist. Ich glaube aber, dass viele in dieser Zeit Dinge schätzen gelernt haben, die davor oft selbstverständlich waren. So ging es mir auch beim Skifahren. Als wir das erste Mal nach dem Lockdown in Sölden - noch dazu bei perfekten Bedingungen - wieder auf Schnee trainieren durften, habe ich das für mich als ein großes Privileg empfunden.

Sie feierten im allerletzten Rennen vor dem coronabedingten Abbruch der Saison Ihren ersten Weltcupsieg. Wie viel Kraft gibt dieser Erfolg jetzt auch im Sommer?

Ich wurde danach oft darauf angesprochen, wie schade es wäre, dass die Saison abgebrochen wurde, wo ich doch so gut in Form gekommen sei. Für mich wäre es blöder gewesen, wenn meine Form nicht gestimmt und ich das Gefühl gehabt hätte, mich bei den nächsten Rennen noch beweisen zu müssen. So haben wir gesehen, dass die Richtung stimmt und wir auf dem richtigen Weg sind. Natürlich hat dieser Erfolg auch zusätzliche Motivation gebracht.

Mit diesem Sieg werden sich wohl auch Ihre Ansprüche verändern. Oder werden Sie zukünftig auch mit einem 15. Platz zufrieden sein, wenn die Leistung gepasst hat?

Natürlich muss man auch immer die Gründe für ein Ergebnis analysieren. Klar ist aber: Wenn man einmal ganz oben gestanden hat, möchte man auch in Zukunft ganz vorne mitfahren. Das ist mein Ziel.

Als Zwölfte waren Sie auch die beste Österreicherin im Gesamtweltcup. Eine zusätzliche Freude?

Sicherlich war das etwas Schönes. Aber eigentlich ist es für uns Österreicherinnen das Ziel, dass wir im Gesamtweltcup um die Top-3 oder die Top-5 mitkämpfen.

Ist der Gesamtweltcup langfristig für Sie ein Ziel?

Wenn ich verletzungsfrei bleibe auf jeden Fall.

Im November gibt der Dame-Weltcup in Zürs ein Ländle-Comeback. Wehmütig, dass Sie als Speedspezialistin nicht beim diesem Parallel-Event dabei sind?

Noch ist nicht fix, ob ich beim Flexenrace starte oder nicht. Natürlich wäre es schön bei einem Rennen vor der eigenen Haustüre dabei zu sein. Mit Gewissheit habe ich diese Möglichkeit aber im Jänner in St. Anton. Das ist der gleiche Skiclub, zudem sind es nur 30 Fahrminuten. So gesehen ist das für mich auch ein Heimrennen.

Peter Weihs
Peter Weihs
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