22.08.2020 12:23 |

Kaspersky warnt

Internetnutzung steigt: Gefahr in der Online-Oase

Der russische IT-Sicherheitsanbieter Kaspersky hat sich in einer neuen Umfrage die Internet-Nutzungsgewohnheiten der Österreicher in Pandemiezeiten angesehen - und festgestellt, dass das Netz für manch einen zur „Digitalen Oase“ geworden ist, in der er heute deutlich mehr Zeit verbringt als vor der Krise. Doch das birgt Gefahren, denn auch die Cyberkriminellen intensivieren derzeit ihre Betrugskampagnen.

Laut der Umfrage unter 1010 Probanden im deutschsprachigen Raum ist die Internetnutzung bei 45 Prozent der Befragten seit Ausbruch der Corona-Krise um mindestens zwei Stunden pro Tag gestiegen. Für viele, so scheint es, ist der Cyberspace in Zeiten der Kontaktminimierung eine willkommene Zuflucht, eine digitale Oase, in der man Abstand vom Alltag gewinnt.

Das Problem: Ein großer Teil der Internetnutzer - laut Kaspersky 37 Prozent - glaubt, er sei kein lohnenswertes Ziel für Cyberkriminelle und brauche sich nicht vor Betrügereien und Hackerangriffen fürchten. Ein Trugschluss.

Mehr Internetnutzung, mehr Cyberkriminalität
Die Menschen verbringen nicht nur mehr Zeit daheim im Internet, sondern erledigen auch mehr Dinge dort, die sie früher noch in einem Geschäft oder einer Bankfiliale erledigt hätten. Drei Viertel der Befragten gaben gegenüber Kasperskys Interviewern an, private Tätigkeiten aus dem realen Leben in die virtuelle Welt verlegt zu haben - den Kontakt mit Freunden und Familie, die Bankgeschäfte oder das Einkaufen. Natürlich weckt das Begehrlichkeiten.

Phishing-Kampagnen gegen Online-Banking-Nutzer
Schon im letzten Jahr beobachtete Kaspersky eine Verdreifachung der Hackerangriffe auf Online-Banking-Nutzer. Ihnen werden Trojaner untergejubelt, die PC oder Smartphone ausspähen, und sie werden auch oft Ziel sogenannter Phishing-Kampagnen. Dabei schicken Cyberkriminelle täuschend echt gefälschte E-Mails und locken ihre Opfer auf gefälschte Websites, mit denen sie gutgläubigen Internetnutzern hochsensible Bankdaten herauslocken wollen.

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Besonders prekär ist, dass Phishing im Gegensatz zu Schadsoftware unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem funktioniert. Es spielt also keine Rolle, ob das potentielle Opfer die E-Mail zuerst auf dem Smartphone, Tablet, einem Mac, Linux- oder Windows-System abruft.

Christian Funk von Kaspersky

Christian Funk von Kaspersky: „Phishing ist für Cyberkriminelle eines der Standbeine schlechthin - technisch einfach in der Durchführung, massenhafte Verbreitung und damit hohe Erfolgsaussichten. Besonders prekär ist, dass Phishing im Gegensatz zu Schadsoftware unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem funktioniert. Es spielt also keine Rolle, ob das potentielle Opfer die E-Mail zuerst auf dem Smartphone, Tablet, einem Mac, Linux- oder Windows-System abruft.“

Auch Gamer und Streamer sind beliebte Opfer
Neben Bankkunden sind auch Gamer und Video-Streamer ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle: Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen beobachtete man eine fünfzigprozentige Zunahme bei Betrugsversuchen gegen Gamer - oft unter dem Deckmantel beliebter Computerspiele wie „Counter Strike“ oder „Minecraft“.

Video-Streamer werden ebenfalls vermehrt zum Ziel: Hier haben die Kriminellen vor allem Menschen im Visier, die versuchen, billig oder gratis ans Programm der großen Anbieter zu kommen - also etwa Raubkopierer. Funk: „Auch wenn Nutzer versucht sein mögen, nach alternativen Methoden zu suchen, um ihre Lieblingsinhalte online zu sehen, anstatt für ein weiteres, sicheres Abonnement zu bezahlen, ist die beste Option immer noch der Zugang zu Plattformen und Angeboten offizieller Quellen.“

Tipps und Tricks: So sichern Sie sich ab
Damit der Urlaub in der „digitalen Oase“ kein böses Erwachen nach sich zieht, empfehlen Kasperskys Security-Experten: Seien Sie sparsam mit privaten Daten: Nehmen Sie Ihre Online-Privatsphäre ernst und hinterfragen Sie, ob ein Dritter Ihre persönlichen Infos wirklich haben sollte.Halten Sie Software und Betriebssystem am neuesten Stand, um ungepatchte Sicherheitslücken als Einfallstor für Hacker auszuschließen.

Überprüfen Sie die Zugriffsrechte der installierten Anwendungen, um ungewolltes Absaugen persönlicher Daten zu unterbinden. Nutzen Sie sichere Passwörter und gönnen Sie Ihren Computern - dem Windows-PC genauso wie dem Mac oder dem Android-Smartphone - einen Virenschutz. Oft genügt hier eine Gratislösung, bei kostenpflichtigen Anbietern gibt es darüber hinaus oft Zusatzdienste wie Passwortmanager, VPN-Server, speziell abgesicherten Cloud-Speicher oder Ähnliches.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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