02.08.2020 06:00 |

Wehrschütz im Visier

Hackerangriff auf ORF-Korrespondent in Kiew!

Bedenklicher und hinterhältiger Angriff auf ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz in Kiew. Hacker der Internet-Mafia knackten seine Daten! Sie durchforsteten seine Adressen – und richteten in seinem Namen eine rührselige Bittschrift an Freunde und Kollegen: „Bin in der Ukraine und benötige dringend Hilfe!“

„Ich hoffe, dass dieser Brief dich rechtzeitig erreicht (...), habe meine Tasche samt Pass und Kreditkarte in Kiew verloren (...), muss Hotelrechnung und Flugrechnung noch bezahlen. Kannst du mir 1430 € so schnell wie möglich leihen? Lg Christian“ – diese morgendliche E-Mail-Nachricht erreichte mich als „Krone“-Reporter. Sofort antwortete ich meinem, von etlichen gemeinsamen Frontbesuchen vom Balkan bis zur Kampfzone um Donezk vertrauten ORF-Kameraden Wehrschütz. Und bot ihm Hilfe an: „Ja, wie und wohin?“

„Handy geknackt, Internet durchforstet“
Binnen Minuten erhielt ich ein zweites Mail mit Bankdaten und Anweisungen. Allerdings hatte ich mir in der Zwischenzeit das erste Schreiben genauer durchgelesen und dabei einige für Kollegen Wehrschütz absurde Tippfehler entdeckt. Zudem frage ich mich: Warum ruft er mich eigentlich nicht an? Mein Telefonat brachte die Antwort. „Man hat mein Handy geknackt und mein Internet durchforstet“, erklärte mir der hörbar aufgebrachte Journalistenkollege.

Mittlerweile ist der kriminelle Hintergrund klar: Internet-Profis waren in die Dateien des ORF-Frontmannes eingedrungen und hatten Dutzende Briefe unter seinem Namen an Leute aus seinem Adressbuch per Mail verschickt.

„Habe mich riesig über die Hilfsbereitschaft gefreut“
„30 Personen haben sich gemeldet, um zu helfen“, so Wehrschütz, mittlerweile wieder ruhig und gelassen wie in seinen TV-Berichten, „ich hab mich riesig über die Hilfsbereitschaft gefreut. Sogar vom Büro des Altkanzlers Wolfgang Schüssel hat man mich angeschrieben.“

Aber dann muss der rasende Reporter am Flughafen einchecken: „Pfiat di! Und wenn ich wieder in Wien bin, gehen wir auf ein Bier ...“

Christoph Matzl, Kronen Zeitung

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