01.08.2020 06:52 |

Euphorie verflogen

„One-Team-Show“: Vom Stern weiter weg als erwartet

Durch die starke Mercedes-Dominanz verfliegt bei den Jägern bereits vor dem Silverstone-Doppelpack die anfängliche Euphorie zusehends: Ferrari hat Flinte schon ins Korn geworfen, Red Bull bleibt kämpferisch!

Nach drei Saisonrennen 66 Punkte Vorsprung auf Red Bull, gar 94 auf Ferrari. Auch in der Fahrerwertung haben Max Verstappen als Zweiter (30 Zähler Rückstand) und Charles Leclerc als Siebenter (45 Punkte zurück) Lewis Hamilton vor dessen Heimspiel in Silverstone längst aus den Augen verloren. Die Formel 1 wird zur „One-Team-Show“!

Von der Papierform her gelten die „Black Arrows“ natürlich auch auf der Highspeed-Strecke als klare Favoriten, dennoch warnt Teamchef Toto Wolff: „Spielberg und Budapest waren immer Red-Bull-Terrain, das ist heuer ganz anders verlaufen, als jeder erwartet hat. In Silverstone kommt es auf den Highspeed und die Balance an, wir müssen abwarten, ob’s vielleicht ein Revival von Red Bull gibt.“ Angst vor den „Bullen“? „Nein“, lächelt Wolff, „ich glaube nicht, dass sie uns panieren, aber ich habe in der Formel 1 schon alles gesehen. Ich würde sagen, erst wenn es in England und Barcelona für uns genauso läuft, wäre das Kräfteverhältnis einigermaßen bestätigt.“

Für die Konkurrenz dagegen steht so gut wie fest - Mercedes ist bis zur Reglementreform 2022 nicht das Wasser zu reichen! Ferrari hat schon in Budapest die Flinte ins Korn geworfen. Boss John Elkann, Enkel des langjährigen Fiat-Patrons Gianni Agnelli: „Die Realität ist: Unser Auto ist nicht konkurrenzfähig. Wir versuchen nun, das Fundament zu schaffen, um dann wieder zu siegen, wenn die Regeln neu sind.“

Auch bei Red Bull ist ein wenig von der Anfangseuphorie verschwunden. Motorsportchef Helmut Marko: „Wir wissen, dass wir ein aerodynamisches Problem haben, klar, dass die Sorgenfalten immer tiefer werden.“ Der Steirer stellt auch in den Raum, dass „Mercedes nicht einmal alle Karten auf den Tisch legen muss. Ihr Quali-Modus ist noch mehr als nur ,Hammertime‘ in der Vergangenheit. Wir sind weiter weg als erwartet. Es ist nicht alarmierend, aber das Blatt muss sich bald wenden.“

Max muss weiter warten
So sieht’s auch Red Bulls Max Verstappen: „Heuer und nächstes Jahr darfst du an den Autos ja nicht viel ändern - daher werden wir noch eine Zeit lang warten müssen, bis der Titelkampf wieder spannend wird.“

Richard Köck, Kronen Zeitung

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