17.06.2020 12:07 |

Zunächst in den USA

Politiker-Werbung auf Facebook bald abschaltbar

Wer sich auf Facebook von Reklame politischer Parteien und ihrer Kandidaten belästigt fühlt, kann zumindest in den USA bald aufatmen: Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat in Aussicht gestellt, dass politische Werbung rechtzeitig für den US-Wahlkampf auf Knopfdruck abgeschaltet werden kann. Ob die von vielen Nutzern wohl auch außerhalb der USA herbeigesehnte Funktion auch in andere Länder kommt, ist noch offen.

Wahlwerbung und politische Reklame sind für Facebook ein gutes Geschäft - nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande, wo die heimischen Parteien im letzten Herbst mehrere Millionen Euro in Facebook-Reklame pumpten.

Im Fahrt aufnehmenden US-Wahlkampf kündigte Zuckerberg nun an, man werde Nutzern, die keine politische Werbung sehen wollen, die Möglichkeit geben, diese abzuschalten. Die Ankündigung machte Zuckerberg in einem Gastbeitrag für die US-Zeitung „USA Today“.

Kommt neue Funktion auch nach Europa?
Weil Zuckerberg in seinem Beitrag spezifisch auf den anlaufenden US-Wahlkampf eingeht, ist bislang noch offen, ob eine ähnliche Funktion auch in anderen Ländern an den Start gehen soll. Nutzer, die sich darüber freuen würden, wird man aber wohl auch außerhalb der USA schnell finden.

Neben Facebook soll das Abschalten politischer Reklame auch bei der Tochter Instagram funktionieren. Als Indikator, um politische Werbung zu identifizieren, dient eine schon länger bestehende Kennzeichnung, wer für eine Annonce bezahlt hat. Handelt es sich um eine wahlkämpfende politische Partei oder ihren Kandidaten, kann man sie ausblenden lassen.

Info-Kampagne zum US-Wahlrecht
Neben der Abschaltung politischer Reklame auf Nutzerwunsch plant Facebook eine Info-Kampagne über das US-Wahlrecht. Dort bedarf der Urnengang einer Registrierung, weshalb bei US-Wahlen immer wieder Millionen Menschen darauf verzichten, ihre Stimme abzugeben. Mit der Anleitung auf Facebook hofft Zuckerberg, bis zu vier Millionen nicht registrierten Wählern zu einer Stimme zu verhelfen.

Wie die britische BBC in einem Bericht zum Thema hervorhebt, hatte Facebook zuletzt zunehmend Kritik auf sich gezogen, weil man politischen Werbekunden nach Ansicht vieler Beobachter zu viel durchgehen ließ. Während Rivale Twitter im vergangenen Herbst verkündete, keine politische Werbung mehr auf seiner Plattform zu dulden und zuletzt mit einer harten Gangart gegen von Politikern verbreitete Falschinformationen den Zorn von US-Präsident Trump auf sich zog, erlaubte Facebook politische Werbung und Propaganda weiter.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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