Grausame Schuren

Alpaka-Halter distanzieren sich von Tierqual

Die Tierrechtsorganisation PETA USA macht gegen Alpaka-Wolle mobil, indem sie Undercover-Enthüllung aus der weltgrößten peruanischen Alpakafarm in Privatbesitz veröffentlichte. Das Bildmaterial zeigt, wie Arbeiter schreiende, verzweifelt zappelnde Alpakas an den Ohren festhalten, während sie die Haare der Tiere mit elektrischen Schurmaschinen entfernen. Die Tiere werden auf Tischen in Vorrichtungen fixiert, auch Schnittwunden entstehen, die ohne jegliche Schmerzbehandlung einfach zugenäht werden.

„PETA USAs Enthüllung hat die grausame Wahrheit hinter der gewaltsamen Schur von Alpakas ans Tageslicht gebracht: blutende, schreiende Tiere“, so Tracy Reiman, Executive Vice President bei PETA USA. „Wir appellieren an den Einzelhandel, Alpakawolle aus dem Sortiment zu streichen, um den wehrlosen Tieren zu helfen. Konsumenten bitten wir, die auf derart tierquälerische Weise gewonnenen Produkte einfach im Regal liegen zu lassen.“

Thomas Pötsch, Präsident des Österreichischen Alpaka-Zuchtverbandes, möchte nicht, dass heimische Halter mit den Farmen in Peru in einen Topf geworfen werden: "Alpakas sind wertvolle Tiere und wir halten sie artgerecht. Wir arbeiten ständig daran, dass die gesetzlichen Mindeststandards wesentlich verbessert werden- erst kürzlich haben wir einen Antrag auf Abänderung der Tierhaltungsverordnung eingebracht, welcher die Haltungsbedingungen für Alpakas verbessern soll." In Österreich werden die Tiere zur Wollgewinnung und auch zu therapeutischen Zwecken und Freizeitaktivitäten gehalten.

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Alpakas wurden seit Beginn ihrer Zucht vor etwa 6000 Jahren auf den Wollertrag selektiert, ein ausgewachsenes Tier bringt etwa drei Kilogramm Wollgewicht auf die Waage. "Ein Alpaka nicht zu scheren, ist Tierquälerei", so Pötsch. "Die Behauptung von PETA, man könne die fünf Millionen Alpakas weltweit zu einem natürlichen Wollwechsel 'zurückzüchten', ist purer Unsinn und soll ausschließlich verunsichern." Er ist selbst als Alpakascherer tätig: "Das dauert etwa fünf Minuten. Je geringer die Schurzeit und je besser die Schurtechnik, desto stressfreier ist das Prozedere für das Tier."

Um ein Alpaka in möglichst kurzer Zeit verletzungsfrei zu scheren, müsse man es am Boden fixieren, so der Experte. "Die Besitzer und Bezugspersonen der Tiere sind dabei immer anwesend. Alpakas können unter Anwendung dieser Technik nahezu stressfrei geschoren werden. Beinahe 90 Prozent der Tiere zeigen keinerlei Reaktion auf das Fixieren. Das Geräusch der Schermaschine selbst ist dann der Auslöser für eine Stressreaktion bei etwa 30 Prozent der Tiere." Es sei außerdem eine Studie der veterinärmedizinischen Universität Wien zur Beurteilung der Stressreaktionen von Alpakas während der Schur unter anderem an seinem Hof durchgeführt worden: "Nachgewiesen wurde ein geringer Anstieg des Cortisolspiegels bei artgerechter Schur."

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