Oster-Beschränkungen

Mobilfunker zeigt unsere Bewegungsdaten interaktiv

Digital
10.04.2020 14:32

Um beurteilen zu können, ob die Covid-19-Ausgangsbeschränkungen von der Bevölkerung eingehalten werden, liefern der Mobilfunker A1 und die Big-Data-Firma Invenium der Regierung seit Ausbruch der Pandemie anonyme Bewegungsdaten. Jetzt bekommt auch die Öffentlichkeit Einsicht. Auf einer interaktiven Karte, die auf der Invenium-Website veröffentlicht wurde, kann jeder bis auf Gemeindeebene nachvollziehen, wie sich die Mobilität der Österreicher im Vergleich zur Zeit vor der Krise entwickelt hat.

A1 hatte der Regierung in den ersten Tagen der Pandemie von sich aus angeboten, anonymisierte Bewegungsprofile der Kunden zur Auswertung zur Verfügung zu stellen - und damit Bedenken bei Datenschützern ausgelöst. Dazu sei man in der aktuellen Situation aber „moralisch verpflichtet“, wie A1-Chef Thomas Arnoldner bei einer Pressekonferenz betonte.

Je dunkler eine Gemeinde, desto mehr haben ihre Bewohner ihre Mobilität eingeschränkt. Naturgemäß muss dabei die Landbevölkerung auch in Krisenzeiten im Schnitt deutlich weitere Strecken als Städter zurücklegen. (Bild: Invenium)
Je dunkler eine Gemeinde, desto mehr haben ihre Bewohner ihre Mobilität eingeschränkt. Naturgemäß muss dabei die Landbevölkerung auch in Krisenzeiten im Schnitt deutlich weitere Strecken als Städter zurücklegen.

Neben A1 stellt auch Rivale Magenta Bewegungsdaten zur Verfügung, auch beim Mobilfunker Drei bekennt man sich zu der Maßnahme.

Karte zeigt Mobilität bis auf Gemeindeebene
Die Auswertung der Bewegungsdaten erledigt der Dienstleister Invenium, ein Spin-off der Technischen Universität Graz, für A1. Am Invenium-Firmenblog haben A1 und der Big-Data-Dienstleister nun eine interaktive Karte veröffentlicht, auf der sich alle Österreicher ansehen können, wie sich ihre Mobilität im Vergleich zur Zeit vor der Epidemie entwickelt hat.

Auf der Karte kann bis auf Gemeindeebene nachverfolgt werden, um wie viel Prozent mehr die Bürger zu Hause bleiben als vor Ausbruch der Corona-Krise. Dabei gilt: Je heller ein Fleck, umso weniger hat sich die Mobilität der Bürger dort reduziert. Als „Daheimbleiber“ gilt auf Inveniums Karte, wer im Laufe eines Tages auf Basis seiner Handydaten weniger als einen Kilometer zurücklegt. Als mobil gilt, wer mehr als einen Kilometer zurücklegt.

Landbevölkerung ist automatisch mobiler
Bei den Daten ist naturgemäß ein Stadt-Land-Gefälle zu berücksichtigen, hebt Invenium hervor. Während Städter ihre nötigsten Besorgungen meist im näheren Umfeld der Wohnung erledigen können und tendenziell kürzere Arbeitswege haben, bleibt der Landbevölkerung eine Autofahrt zum nächsten Supermarkt, zum Arzt oder in die Arbeit oft nicht erspart.

Daten werden gruppiert und anonymisiert
A1 und Invenium betonen, dass bei der Erstellung der Bewegungsprofile Datenschutz und Anonymität gewahrt bleiben. Die Handynutzer würden für die Auswertung anonymisiert und zu Zwanzigergruppen zusammengefasst, Rückschlüsse auf das Individuum seien damit nicht möglich.

Überdies sei die Untersuchung von Bewegungsmustern auf Basis von Handydaten keine neue Erfindung, sondern - Inveniums eigentlicher Unternehmensgegenstand - etwa zur Optimierung von Menschenströmen im Tourismus oder im öffentlichen Verkehr gängige Praxis.

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