28.03.2020 06:00 |

Neues Leben

Bye-bye, Harry und Meghan: Das Ende des Märchens?

Was war das für eine Aufregung 2017, als der jüngste Sohn von Prinzessin Diana, der in seiner Jugend so viele Spompanadln gemacht hatte, endlich die Frau fürs Leben gefunden hat. Und was für eine. Wunderschön, mit afroamerikanischen Wurzeln, gut vernetzt, wohltätig engagiert und darüber hinaus auch noch Filmstar.

Wie ein kämpferischer Ritter verteidigte der Prinz das Mädchen aus dem US-amerikanischen Volk von Anfang an gegen rassistische Angriffe wegen ihrer Hautfarbe und machte sie dann zu seiner Frau. Die gefeiert wurde. Wo das Paar auch hinkam, winkte es einer Mauer aus begeisterten Menschen, schüttelte Hände, witzelte mit süßen Kindern. Zwei royale Superstars!

Zwei Jahre nach der Traumhochzeit ist Schluss
Nicht einmal zwei Jahre nach der Traumhochzeit und der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr darauf will das Paar da aber nicht mehr mitmachen und sein Märchen ins Private verlegen. Das Kind solle fernab des Trubels so normal wie möglich aufwachen. Finanziell unabhängig wollen Harry und Meghan der Königsfamilie nicht mehr als Aushängeschilder zur Verfügung stellen.

Dafür haben sie ihren Titel „Königliche Hoheiten“ abgelegt, die Renovierungskosten ihres Landsitzes in Windsor an die Queen zurückgezahlt und ihre eigene „Wir-AG“ gegründet. Wie einst sein Urgorßonkel King Edward, der für seine große Liebe Wallis Simpson ein ganzes Königreich aufgab und abdankte, legt Prinz Harry nun sein bisheriges Legen zurück und beginnt neu. In einem anderen Land. Gemeinsam mit seiner Frau will er seinen Sohn Archie in Kanada aufziehen. Doch dann bricht die Coronavirus-Krise aus und das Paar flieht in die USA. Angeblich will die Herzogin in der Nähe ihrer Mutter Doria Ragland und ihrer vielen Hollywood-Freunde sein. Außerdem will die Schauspielerin nicht in zwei Ländern Steuern zahlen. 

Der Prinz und der Star
Begonnen hatte die Geschichte 2016. Da hatte der Prinz schon etliche Freundinnen hinter sich, allesamt hübsch, reich oder adelig. Doch die Eine war nie dabei gewesen. Dann traf er in London über gemeinsame Freunde die in Los Angeles geborene Meghan Markle, deren erste Ehe gescheitert war und die zu diesem Zeitpunkt in Kanada für die Serie „Suits“ als Rachel vor der Kamera stand.

Harry hatte noch nie etwas von Markle gehört und auch die US-Anwaltsserie „Suits“ nie gesehen, in der sie seit 2011 mitspielte. „Ich war angenehm überrascht, als ich in den Raum kam und sie sah“, erzählte er später. Er habe sofort gedacht: „Hier muss ich mich wirklich ins Zeug legen!“

Fünf Tage Botswana
Offensichtlich legte der Prinz sich ausreichend ins Zeug - beide vereinbarten gleich für den nächsten Tag ein zweites Treffen. Wenige Wochen später überzeugte Prinz Harry die Schauspielerin, mit ihm gemeinsam fünf Tage in Botswana campen zu gehen - laut Harry ein „großer Sprung“ für die Beziehung der beiden. „Wir waren wirklich unter uns, das war mir wichtig, damit wir die Chance haben, uns richtig kennenzulernen.“

Danach waren die beiden nie länger als zwei Wochen getrennt, während Markle im kanadischen Toronto weiter für „Suits“ vor der Kamera stand. Dem Paar gelang es, seine Beziehung während der ersten fünf bis sechs Monate geheim zu halten. Dabei beschränkten sie sich zwangsweise auf Treffen hinter geschlossenen Türen im Schutze der Dunkelheit. In dieser langen Zeit abseits der Blitzlichter hätten sie „wirklich Zeit gehabt, eine Beziehung aufzubauen“, sagte Meghan später.

Im November 2016 machte Harry die Beziehung öffentlich - mit einer wütenden Erklärung, in der er rassistische Kommentare brandmarkte, denen Meghan ausgesetzt war. „Es ist nicht in Ordnung, dass Miss Markle nach wenigen Monaten Beziehung mit ihm einem solchen Sturm ausgesetzt sein sollte“, erklärte sein Pressesprecher Jason Knauf. „Dies ist kein Spiel - es ist sein Leben und ihres.“

„Wir sind glücklich“
Nachdem das geklärt war, tauchten langsam die ersten gemeinsamen Fotos auf. So begleitete Meghan Harry zu einer Hochzeit in Jamaica. Im September 2017 hatten sie dann den ersten gemeinsamen Pärchenauftritt bei den „Invictus Games“ im kanadischen Toronto. Meghan sorgte gleich für Begeisterung mit ihrem lässigen Look. Im weißen Hemd und in Jeans saß sie mit Harry in den Sporträngen. „Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt. Wir sind glücklich“, schwärmte Schauspielerin.

Zitat Icon

Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt. Wir sind glücklich

Meghan Markle

Antrag beim Brathendl-Brutzeln
Im November 2017 machte Harry Meghan schließlich einen Heiratsantrag. Das Paar verbrachte einen gemütlichen Abend in Harrys Wohnung in Nottingham Cottage auf dem Gelände des Kensington-Palastes und bereitete ein gegrilltes Huhn zu, als Harry den Antrag machte. Berichten zufolge hatte er kaum ausgesprochen und noch nicht einmal den Verlobungsring gezückt, als sie schon Ja sagte.

Am 27. November wurde die Verlobung bekannt gegeben und Meghan feierte wenig später ihr erstes Weihnachtsfest mit der Queen auf Schloss Sandringham. Noch nie zuvor hatte jemand eine solche Einladung bekommen, der noch nicht offiziell zur Familie gehört hat.

Traumhochzeit mit Markle-Makel
Am 19. Mai 2018 folgte die Traumhochzeit auf Schloss Windsor. Garniert war diese aber mit einem privaten Aufreger der Braut. Zum Altar geführt wurde sie nämlich von ihrem Schwiegervater Prinz Charles. Ihr eigentlich dafür vorgesehener Vater hatte seine Teilnahme wenige Tage vor der Hochzeit nach einer Herz-OP und einem Skandal um gestellte Paparazzi-Fotos absagen müssen. Von der Familie von Meghan Markle war einzig und allein ihre Mutter Doria Ragland anwesend, die während der Zeremonie in der St. George‘s Chapel sichtlich gerührt war.

Halbgeschwister, Onkel und Tanten hatte die Aktrice gleich gar nicht eingeladen gehabt. Mit gutem Grund, wie sich bald herausstellte. Die liebe Verwandtschaft passt nämlich so gar nicht zum Königshaus. Der Halbbruder wurde wegen Trunkenheit verhaftet, die Halbschwester konnte es nicht lassen, jede Menge Interviews über die Vergangenheit der Seriendarstellerin zu geben.

Stoffe zum Berichten hätte es auch ohne die Einwürfe der Markles aus den USA gegeben. Zum Beispiel das Brautkleid von Herzogin Meghan, wie sie ab der Hochzeit genannt wurde. Gestaltet hatte das schlichte Kleid aus Seidenstoff die britische Designerin Clare Waight Keller. Die fünf Meter lange, aufwendig bestickte Schleppe trugen zwei kleine Burschen für Meghan die Treppe zur Kirche hinauf. Das mit Diamanten besetzte Diadem, das Meghan im Haar trug, stammt von der Großmutter Elizabeths II., Queen Mary.

Triumphzug mit Babybauch
Im Oktober 2018 wurde Meghans Schwangerschaft zu Beginn einer Reise im Auftrag des Commonwealth durch Australien und Neuseeland bekannt gegeben. Es war ein Triumphzug mit Babybauch. Wo immer das Paar hin kam, wurde es mit Geschenken für den Nachwuchs und Fragen über ihr Wohlergehen überhäuft. Yoga helfe ihr über Schwangerschaftsübelkeit und Jetlag hinweg, verriet das royale Starlet damals sehr volksnah.

Eine süße Baby-Strickhaube mit Bärchenohren, die das Paar in Neuseeland geschenkt bekommen hatte, tauchte dann später auch tatsächlich auf dem Köpfchen des kleinen Archie auf. Der wurde am 6. Mai 2019 geboren.

„Es ist magisch“
Zwei Tage später präsentierten Harry und Meghan ihr Kind, das an siebenter Stelle in der Thronfolge steht, dann erstmals der Öffentlichkeit. „Es ist magisch, es ist total toll. Ich habe die zwei besten Kerle auf der Welt, ich bin wirklich glücklich“, sagte Meghan im Schloss Windsor.

Schon da war dem Paar offenbar klar, dass der Kleine nicht als Royal aufwachsen wird. Denn einen königlichen Titel wie seine Eltern, offiziell der Herzog und die Herzogin von Sussex, hat er nicht bekommen. Man solle ihn „Master“ nennen. Master Archie Harrison Mountbatten-Windsor.

„Sehr verletzlich“
Während einer Afrika-Reise, bei der Archie mit war, gab das Prinzenpaar dann ein TV-Interview, in dem die Herzogin mit Tränen in den Augen klagte, dass niemand sie je gefragt hätte, wie es ihr gehe. Vor allem als Schwangere und Neo-Mama sei sie „sehr verletzlich“ gewesen. Prinz Harry gab zu, dass er und sein Bruder William sich „auf verschiedenen Pfaden“ befänden.

Der Bruderzwist ließ sich in den darauffolgenden Wochen wohl nicht kitten. Auch nicht das Verhältnis zur öffentlichen Aufmerksamkeit, die das Paar erfährt. 

Vor Weihnachten wurde eine Auszeit angekündigt. An einem geheimen Ort wollte das Paar sechs Wochen mit Baby Archie den Kopf frei bekommen und über Pläne für die Zukunft zu brüten. Aus der sechswöchigen Auszeit in Kanada wurde letztendlich der Entschluss, sich völlig zurückzuziehen und fern von Großbritannien ein neues Leben zu beginnen.

Abschied aus der „Firma“
Am 8. Jänner 2020 verabschiedeten sich Harry und Meghan mit einer Erklärung auf Instagram aus der „Firma“, wie sich die britischen Royals selbst nennen. Man wolle in Zukunft finanziell auf eigenen Beinen stehen und sozusagen sein eigenes Ding durchziehen. Nach Krisenberatungen wurden von der Queen die Bedingungen des Austritts festgelegt. Diese sehen unter anderem vor, dass das Herzogpaar von Sussex nicht mehr mit „Königliche Hoheiten“ angesprochen werden. Das Paar zaht 2,4 Millionen Pfund (2,8 Millionen Euro) an Steuergeldern zurück, die es für die Renovierung seines Landhauses Frogmore Cottage in der Nähe von Schloss Windsor ausgegeben hatte. Auch auf den Markennamen „Sussex Royal“ muss das Paar verzichten.

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz
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Montag, 25. Mai 2020
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