05.03.2020 13:59 |

Kursiert auf Facebook

Nazi-Profil auf Steam: FPÖ-Politiker in Bedrängnis

Ein FPÖ-Kandidat in einer oststeirischen Gemeinde kommt zwei Wochen vor den Gemeinderatswahlen am 22. März in Bedrängnis. Wie die FPÖ-kritische Facebook-Seite „FPÖ Fails“ am Donnerstag darstellte, soll der Politiker im beliebten Gaming-Dienst Steam unter den Pseudonymen „Heinrich Himmler“ und „Adolf Hitler der Führer“ aktiv gewesen sein. SS-Anführer Himmler hatte der Mann offenbar auch als Profilbild eingestellt. Er selbst bestreitet alles, die Landes-FPÖ will den Rechtsweg bestreiten.

Auf Screenshots auf Facebook ist zu sehen, dass die bei der Wahlwerbung des Politikers angegebene Mail-Adresse mit dem Profilnamen auf Steam übereinstimmt. Das Profil zeigt als Avatar ein Bild des SS-Massenmörders Heinrich Himmler. Außerdem ist zu sehen, dass der Mann unter Pseudonymen, darunter einige mit NS-Bezug, gespielt haben dürfte.

Der FPÖ-Kandidat sagte auf Nachfrage, dass es sich um „Unwahrheiten“ handeln würde. Er habe bereits einen Anwalt eingeschaltet. Er wolle sonst nicht viel dazu sagen, aber so ein Profil könne man innerhalb kurzer Zeit so anlegen, dass es einen momentanen Anschein erwecke.

SPÖ-Landesgeschäftsführer: „Täglich grüßt der ‚Einzelfall‘“
Der stellvertretende Landesgeschäftsführer der SPÖ Steiermark, Wolfgang Moitzi, meinte in einer Aussendung: „Und täglich grüßt der ‘Einzelfall‘.“ Fast kein Tag vergehe, ohne dass ein rechtsextremer „Einzelfall“ bei der FPÖ auftauche.

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Wenn sich der Vorwurf bestätigt, muss er die Kandidatur zurückziehen. Auch der Landesparteiobmann Mario Kunasek ist hier gefordert, schnell durchzugreifen und ihn aus der Partei auszuschließen.

Wolfgang Moitzi, SPÖ-Steiermark-Geschäftsführer

Moitzi forderte Konsequenzen: „Wenn sich der Vorwurf bestätigt, muss er die Kandidatur zurückziehen. Auch der Landesparteiobmann Mario Kunasek ist hier gefordert, schnell durchzugreifen und ihn aus der Partei auszuschließen. Ich gehe jedoch davon aus, dass es in der ,Dauerfallpartei‘ FPÖ wie üblich keine Konsequenzen geben wird. Kunasek beteuert ja stets, man habe mit Rechtsextremismus nichts zu tun. Diese Beschwichtigungsversuche sind völlig unglaubwürdig.“

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Wir werden gegen sämtliche Beschuldigungen, die nach derzeitiger Faktenlage jeglicher Grundlage entbehren, juristisch vorgehen.

Stefan Hermann, FPÖ-Landesparteisekretär

FPÖ spricht von „Schmutzkübelkampagne“
FPÖ-Landesparteisekretär Stefan Hermann sprach von einer Schmutzkübelkampagne 17 Tage vor der Wahl: „Dabei schreckt man auch nicht davor zurück, sich die Unterstützung eines anonymen und linksextremen Hetzportals zu holen. Wir werden gegen sämtliche Beschuldigungen, die nach derzeitiger Faktenlage jeglicher Grundlage entbehren, juristisch vorgehen.“

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