13.01.2020 12:43 |

„Tickende Zeitbombe“

Microsoft zieht bei Windows 7 den Support-Stecker

Aus und vorbei: Am Dienstag endet nach mehr als zehn Jahren der offizielle Support von Microsoft für Windows 7. Für das in die Jahre gekommene Betriebssystem wird es somit künftig keine Sicherheits-Updates mehr geben. Doch: Auf fast einem Drittel aller Rechner weltweit läuft Windows 7 noch. Experten sprechen von einer tickenden Zeitbombe und mahnen Nutzer zu einem raschen Umstieg.

Sicherheitsupdates und technische Unterstützung für das Ende Juli 2009 veröffentlichte Betriebssysteme enden mit dem Stichtag am 14. Jänner 2020. Das betrifft Windows 7 selbst sowie Teile dessen, wie etwa den Internet Explorer. Ähnlich wie beim Supportende von Windows XP plant Microsoft, Updates für dafür zahlende Kunden bei jährlich steigenden Preisen anzubieten.

Dies gilt aber nur für entsprechende Lizenzen. Windows 7 Home etwa ist gänzlich davon ausgeschlossen. Die laut netmarketshare.com rund 32,7 Prozent der Nutzer, die noch Windows 7 im Einsatz haben (Windows 10: 47,65 Prozent), sollten daher zeitnahe einen Wechsel in Betracht ziehen. Die wichtigsten Fragen beantwortet Microsoft auf seiner offiziellen Support-Seite.

„Fette Beute“ für Cyberkriminelle“
Denn: Entfallen die regelmäßigen Sicherheit-Patches, werden bekanntgewordene Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen. Das wüssten auch Malware-Entwickler, die ihrerseits gezielt Schadcode für bekannt gewordene Windows-Schwachstellen entwickeln, warnt Thomas Uhlemann vom Sicherheitsanbieter ESET. „Der Umstieg auf ein modernes Betriebssystem ist für Unternehmen und Privatanwender unausweichlich. Cyberkriminelle warten nur darauf, nicht mehr geschlossene Sicherheitslücken bei Windows 7 auszunutzen. Die weiterhin hohen Nutzerzahlen versprechen fette Beute.“

Privatanwender und Unternehmen setzten zudem beim Einsatz veralteter Betriebssysteme ihren Cyber-Versicherungsschutz aufs Spiel, da sie Programme verwendeten, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprächen. Unternehmen und Freiberufler, die mit personenbezogenen Daten arbeiteten, verstießen zugleich „eklatant“ gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung, wenn sie weiterhin Windows 7 nutzten, so ESET in einer Mitteilung.

Rascher Wechsel empfohlen
Das Unternehmen rät daher zu einem raschen Umstieg auf ein neueres Betriebssystem. „Wer auf Microsoft-Anwendungen angewiesen ist, ist mit dem Wechsel zu Windows 10 gut beraten, das für Heimanwender die Updates automatisch installiert und über eine wesentlich bessere System-Sicherheitsarchitektur verfügt. Als Alternative gibt es moderne Linux-Distributionen mit weniger Ressourcenhunger. Ein aktuelles Ubuntu etwa lässt sich für den Privatnutzer kostenfrei, komfortabel und sicher bedienen“, so ESET.

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