07.01.2020 10:39 |

Afrika für Anfänger

Wie eine Safari zum unvergesslichen Erlebnis wird

Einmal wilde Tiere wie Löwen, Elefanten oder Nashörner in ihrer natürlichen Umgebung sehen, das ist der Traum von etwa zwei Millionen deutschsprachigen Urlaubern. Hier ein hautnaher Bericht, wie eine Safari perfekt gelingt und zum unvergesslichen Erlebnis wird!

Afrika, das klingt nach Abenteuer. Südafrika ist das Ziel, vorerst einmal Johannesburg, wo wir nach dem Fernstreckenflug mit Turkish Airlines landen und einen Tag im ausgezeichneten Athol Place Zeit haben, um uns ein wenig zu akklimatisieren, denn schließlich herrscht zu Hause Winterkälte, während hier nicht viel auf die 40 Grad fehlt. In einem Vorort liegt das Relais & Châteaux Hotel wie eine Oase in der größten Stadt Südafrikas, mit herrlichen Zimmern, gutem Essen und einem schönen Pool, der zum Ausruhen nach der langen Anreise einlädt, bevor es nach Skukuza weitergeht. Nie gehört? Das ist ein kleiner, aber sehr feiner - ja um nicht zu sagen fast lodgehafter - Flughafen am Rande des Kruger Nationalparks.

Sean, unser „Betreuer“ für die nächsten Tage, holt uns mit einem Jeep ab, und nun sind wir schon mittendrin im Abenteuer Safari, denn um unsere Lodge zu erreichen, nehmen wir die Piste – es gibt ja nichts anderes als diese unasphaltierten Wege durch die rote Erde Afrikas – sehen verschiedene Antilopenarten wie die zierlichen Impalas oder die größeren Kudus, sind erstmalig fasziniert, und so vergeht der Transfer zu unserem Quartier wie im Fluge.

Luxus im Busch
Sabi Sabi Earth Lodge heißt unser Hotel. Es fügt sich - wie auch schon der Name verrät - perfekt in die natürliche Umgebung ein, liegt im privaten Sabi Sabi Reservat, das direkt an den Kruger Nationalpark grenzt und ein Teil des Greater Kruger Nationalparks ist. Wir befinden uns im größten Wildschutzgebiet Südafrikas, hier leben 147 Säugetierarten inklusive der berühmten „Big Five“ (Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel und Elefant), außerdem über 500 Vogelarten und viele Reptilien.

Die Zimmer, eigentlich Villen, sind einzigartig gelungen, ein kleiner Pool vor jeder Einheit macht den Luxus so perfekt, dass man fast vergessen könnte: WIR SIND IN DER WILDNIS! Hier ist einer der besten Plätze zur Wildtierbeobachtung in Kombination mit einer Luxusunterkunft und wenig „Verkehrsaufkommen“, denn „Selbstfahrer“ sind im privaten Naturschutzgebiet im Unterschied zum Kruger-Park nicht erlaubt.

16.00 Uhr: High Tea, was heißt, dass man einen Tee trinkt, vielleicht einen kleinen Happen isst, bevor es so richtig losgeht, denn um 16.30 Uhr sitzen wir wieder im Jeep, Sean ist unser Guide (Führer), Eric unser Tracker (Fährtenleser). Die zwei sind ein eingespieltes Team, unterweisen uns einmal in den (über-)lebenswichtigen Regeln. Nicht aufstehen, ruhig sitzen bleiben, keinen Arm raushängen lassen, denn die Wildtiere nehmen das Auto als Ganzes wahr, sind daran gewöhnt. Solange man im Jeep sitzt, ist man sicher. Gut, verstanden. Zumindest im Trockentraining.

Es dauert nicht lange, und wir sehen unsere ersten Zebras, Giraffen, Gnus, auch ein Warzenschwein lässt sich blicken. Tagsüber ist es ruhig im Busch, da treibt die Hitze kaum jemand vor unseren Fotoapparat. Jetzt in der Dämmerung bekommen die Löwen Hunger. Tatsächlich. Vier (!) sind auf der Jagd auf Büffel, die auf der anderen Seite des Wasserlochs seelenruhig in der Herde grasen. Sie wissen noch nichts von der Gefahr, in der sie schweben. Unseren Jeep beachten die Raubtiere nicht einmal, denn sie sind ganz auf ihre Beute fixiert. Jetzt ist es tatsächlich wichtig, sich an die Regeln zu halten – wer den Arm in der Aufregung aus dem Auto streckt, der wird zum Abendessen, schärft uns Sean noch einmal ein. Also ruhig sitzen, beobachten. Es ist faszinierend!

Gelassen rücken die Raubkatzen vor, trinken am Wasserloch, warten. Andere Jeeps kommen. Die Ranger sind über Funk miteinander verbunden. Keine Angst, allzu viele können es nicht werden, denn es gibt Beschränkungen, außerdem sind wir in einem privaten Wildreservat. Wir müssen Platz machen, fahren weiter – es ist spannend, denn bald läuft uns eine Leopardin über den Weg, der wir mehr oder weniger unauffällig folgen. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, bewegt sich mit einer unglaublichen Eleganz geschmeidig durch das Gebüsch.

Inzwischen ist es finster geworden, Eric hat einen Scheinwerfer ausgepackt, es ist richtig fesselnd, dass wir länger als gedacht wegbleiben. Als wir dann zurück in die Earth Lodge kommen, trinken wir an der Bar einen Gin Tonic, jeder ist noch aufgewühlt von den unglaublichen Tierbegegnungen - gleich zwei der „Big Five“ am ersten Tag! Sean isst mit uns zu Abend - übrigens ausgezeichnet, es gibt alles, was man sich wünschen kann - und bringt dann jeden von uns sicher bis zur Zimmertür, schließlich sind wir mitten im Busch, kein Zaun weit und breit, es könnte eventuell gefährlich werden.

Morgensafari: Im Busch, das lernen wir schnell, geht man zeitig zu Bett, denn Sean weckt jeden von uns um 5.30 Uhr, Abfahrt zur Morgensafari ist um 6 Uhr. Zebras, Giraffen, Antilopen. Das Frühstück sozusagen für die Raubtiere. Und da ist sie wieder, unsere Leopoardin vom Vortag. Sean kennt sie, wir erfahren, dass sie ein Junges hat, ein zweites ist gestorben. Wir erleben also „unsere“ elegante Raubkatze, wie sie eine Antilope verzehrt und dann einen Teil der Beute mit Leichtigkeit auf einem hohen Baum in Sicherheit bringt. Dann springt sie wieder herunter, putzt sich genüsslich. Das ist wichtig, denn sie darf nicht nach Blut „schmecken“, sonst kommen ihre Feinde wie Hyänen oder Löwen, erzählt uns Sean. Die Sonne lässt ihr schönes Fell glänzen, ihr Junges liegt in der Nähe. Es ist wahrhaftig großes Kino, das uns hier geboten wird.

Wir verabschieden uns, suchen ein ruhiges Plätzchen, das Sean und Eric sichern, bevor sie uns erlauben, das Geländefahrzeug zu verlassen. Jetzt gibt es Kaffee oder heiße Schokolade mit Amarula-Likör, der aus Früchten gewonnen wird, die auch Elefanten gerne naschen. Sean zeigt uns später auch diesen Baum. Er ist überhaupt ein wandelndes Lexikon, weiß alles über die Tiere und Pflanzen im Busch. Nur eines kann er nicht beantworten, nämlich wie viel PS sein Jeep, mit dem er selbst in richtig unwegsamem Gelände hervorragend umgehen kann, hat. Ach ja, übrigens, er lehrt uns noch ein „Spiel der Savanne“: Impala-Kacke-Weitspucken. Ist ja rein vegetarisch, außerdem durch die heiße Sonne sehr getrocknet, trotzdem finde ich, muss man nicht überall mitmachen.

Gegen 9 Uhr Früh sind wir wieder in unserer Lodge, jetzt wird herzhaft gefrühstückt, bevor sich jeder von uns zurückzieht. Faulenzen. Lesen. Schwimmen. Massage im Spa. Der Tag vergeht ziemlich schnell, bald ist es wieder 4 Uhr, und das Prozedere ist wie am Vortag: Nachmittagstee, Abendsafari. Nur heute begegnen wir Nashörnern, in meinem Safaribuch mit 5 Sternen gekennzeichnet, was heißt, dass sie schon selten zu sehen sind, also ganz besonders. Ihr Bestand ist durch veränderte Lebensbedingungen und Wilderei sehr geschrumpft, es gilt diese Art unserer Nachwelt zu erhalten!

Unsere Tage in der Earth Lodge sind nun in Abend- und Morgensafari gegliedert. Jede Ausfahrt gestaltet sich als irrsinnig interessant, die Tierwelt im Sabi Sand Game Reserve ist wirklich großartig. Zwischendurch inspizieren wir noch die zur Sabi-Sabi-Gruppe gehörenden Schwester-Lodges Bush Lodge (sehr gut auch für Kinder geeignet, symbolisiert das Heute), Little Bush Camp (klein und fein!, steht auch für das Heute) und das Selati Camp, welches in einem sehr schönen alten Kolonialstil seine Gäste empfängt und das Gestern, das Vergangene, hervorstreicht, gemütlich und stilecht.

Die Earth Lodge wiederum ist im Zeichen der Zukunft gestaltet. Jede der Unterkünfte ist wahrlich luxuriös, die Mitarbeiter herzlich, es fällt schwer, sich nach drei Nächten/vier Tagen wieder zu verabschieden, aus dieser Welt, die eine Kraft spüren lässt, die so ursprünglich erscheint und nicht nur räumlich weit weg ist von unserem Leben in Mitteleuropa.

Die Erlebnisse in dieser kurzen Zeit sind so vielfältig, dass es sich anfühlt, als wären wir tatsächlich länger hier gewesen und werden unvergesslich in unserer Erinnerung bleiben! Also keine Angst vor Afrika, was hier auf sehr hohem Niveau geboten wird, eignet sich auch ideal für Einsteiger, Anfänger sozusagen, die noch nie zuvor einen Fuß in die Savanne gesetzt haben, ist lehrreich und wunderbar betreut durch kompetente Ranger, die ihre große Erfahrung und Leidenschaft für dieses Land gerne mit den Urlaubern teilen. Wer auf Safari geht, der kombiniert diese meist mit einer Stadt, in unserem Fall Kapstadt, worüber Sie nächste Woche im Reiseteil lesen können.

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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