17.12.2019 06:05 |

Ermittlungen laufen

Tennis-Skandal: Koubek fordert „brutale Strafen“!

Über 135 Tennisspieler sollen in den jüngsten Manipulationsskandal verwickelt sein! Ermittlungen gibt’s in sieben Ländern. Daviscup-Kapitän Koubek fordert „brutale Strafen“ und meint: „Wettbetrug ist neben Doping das allergrößte Gift im Sport!“

Ermittlungen und Razzien in sieben verschiedenen Ländern, darunter Belgien, Spanien, Frankreich oder die USA. In den riesigen Wettskandal im Tennis sollen mindestens 135 Spieler, darunter sogar einer, der aktuell in den Top 30 der ATP-Weltrangliste zu finden ist, verwickelt sein.

„Es handelt sich um das Netzwerk einer armenischen Wettmafia, das international agiert und hochintelligent und im großen Stil betrogen hat. Auf manipulierte Spiele sind teilweise Hunderte kleinere Beträge gewettet worden, die sich aber ordentlich summierten“, bestätigte Eric Bisschop, Vize-Generalstaatsanwalt in Belgien und beteiligter Ermittler. Ob auch Sportler aus Österreich unter den Verdächtigen sind, ist unklar. Im Jahr 2011 wurde der Oberösterreicher Daniel Köllerer wegen Spielmanipulationen in drei Fällen lebenslänglich gesperrt.

Verdeckte Ermittler und Warnsysteme
„Die Sicherheitsmaßnahmen haben sich in den letzten Jahrzehnten zum Glück stark verbessert“, weiß Daviscup-Kapitän Stefan Koubek, „so sind etwa verdeckte Ermittler von Scotland Yard bei Turnieren auf den Anlagen unterwegs, und die großen Wettanbieter haben Warnsysteme aufgebaut.“

Dennoch gibt es nach wie vor jede Menge Schlupflöcher, etwa illegale Online-Büros, die von Asien oder Russland aus agieren. „Das Hauptproblem ist, dass es nirgendwo im Sport so einfach ist zu betrügen wie im Tennis. Du stehst alleine auf dem Platz und kannst selbst entscheiden, ob du verlierst“, sagt Koubek, der sich für drastische Sanktionen ausspricht: „Die Strafen müssen so brutal sein, dass sich kein Spieler mehr traut“, ist der 42-Jährige überzeugt. „Neben Doping ist Wettbetrug definitiv das größte Gift im Sport!“

Allein im Tennis wurden in diesem Jahr bereits zwanzig Sperren ausgesprochen. Der aktuelle Skandal lässt befürchten, dass diese Zahl bald dramatisch steigen wird.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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