21.10.2019 08:11 |

Digitaler Euro

Privatbanken fordern staatliche Digitalwährung

Der deutsche Privatbankenverband BdB hat sich erstmals für eine staatliche Digitalwährung ausgesprochen und will damit Pläne von Facebook verhindern. „Eine private Währung wie Libra wäre mit enormen Risiken verbunden, die in keiner Weise hinnehmbar sind“, sagte BdB-Präsident Hans-Walter Peters am Rande der IWF-Tagung am Wochenende in Washington.

Facebooks Libra würde Risiken für die Finanzstabilität und einzelne Anleger bergen sowie Fragen zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufwerfen, so Peters weiter. „Private Währungen, die ein mehr oder weniger ungeregeltes Eigenleben führen, dürfen die staatliche Geldordnung nicht untergraben.“ Trotzdem hätten digitale Devisen ein großes Potenzial und könnten den weltweiten Zahlungsverkehr wesentlich effizienter machen.

„Wichtiger Beitrag für stärkeres Europa“
„Wir brauchen in Europa deswegen den digitalen Euro“, forderte Peters. Die EZB müsse diesen ausgeben. „Das wäre ein wichtiger Beitrag für ein stärkeres Europa.“ Den Banken wird immer wieder vorgeworfen, dass der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr für Kunden zu teuer ist und zu lange dauert. „Wir sind hier gefordert.“

Die Branche dürfe neuen Ideen nicht im Weg stehen. „Wenn Europa sich bei diesem Thema nicht selbst bewegt, dann werden wir von anderen bewegt, getrieben oder gar aus dem Weg geschubst.“ Der Markt dürfe nicht anderen überlassen werden.

Libra wird nie passieren“
Experten trauen Facebook mit seinen 2,4 Milliarden Nutzern zu, mit dem Libra-Projekt das globale Finanzsystem auf den Kopf stellen zu können. Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase, gehört nicht zu ihnen, er gibt Libra keine Zukunft. Das sei eine gute Idee, aber „es wird nie passieren“, sagte er.

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