10.10.2019 09:40 |

Angst vor Spionage

EU-Kommission warnt vor 5G-Technik aus dem Ausland

Beim Aufbau des superschnellen Mobilfunkstandards 5G in Europa warnt die EU-Kommission vor Gefahren durch Anbieter außerhalb der EU. Unternehmen könnten versuchen, durch den Diebstahl geistigen Eigentums Wettbewerbsvorteile zu erlangen, heißt es in einem Bericht der Brüsseler Behörde.

Dabei gehe die Gefahr von Staaten sowie von staatlich unterstützen Akteuren aus. Vor allem sie könnten die „Motivation, Absicht und Fähigkeit haben, anhaltende und ausgefeilte Angriffe“ auf 5G-Netze durchzuführen. Die Motivation dieser Angriffe sei hauptsächlich politisch. Die EU-Kommission nennt die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE in dem Zusammenhang zwar nicht namentlich, spielt aber auf sie an.

Huawei, Ericsson und Nokia dominieren 5G-Markt
An einer anderen Stelle des Berichts heißt es: Huawei, Ericsson, und Nokia seien mit Blick auf den Marktanteil die Hauptakteure im 5G-Bereich, weitere seien ZTE, Samsung und Cisco. Ericsson und Nokia hätten ihre Hauptquartiere in der EU, die anderen nicht. „Ihre Unternehmensführung weist erheblich Unterschiede auf, etwa mit Blick auf das Level an Transparenz und der Eigentumsverhältnisse der Unternehmen.“

Die EU-Kommission nennt in ihrem Bericht auch andere Gefahren, etwa durch Hacker und Insider aus der Branche. Viele der Gefahren seien zwar nicht 5G-spezifisch. Ihre Anzahl und Bedeutung werde bei 5G-Netzen aber voraussichtlich steigen, weil die Komplexität der Technologie zunehme. Zudem seien Wirtschaft und Gesellschaft künftig wohl noch abhängiger von der technischen Infrastruktur.

Alle 28 EU-Staaten in Bericht involviert
Der Bericht beruht auf Informationen aller 28 EU-Staaten. Bis Ende des Jahres sollen Ansätze erarbeitet werden, wie die Risiken reduziert werden können. Bereits im März hatte die EU-Kommission wegen möglicher Gefahren durch chinesische Technologie beim 5G-Aufbau ein europaweit abgestimmtes Vorgehen empfohlen.

Huawei begrüßte in einer Reaktion auf den Bericht, dass die EU-Kommission darauf verzichtet habe, auf bestimmte Länder und Akteure abzuzielen. „Wir sind ein privates Unternehmen, das zu hundert Prozent im Besitz seiner Angestellten ist und Cybersicherheit ist eine unserer Top-Priorität“, erklärte das Unternehmen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter