Demnach wissen mehr als vier Fünftel (81,2 Prozent) nicht so genau, wer über ihre personenbezogenen Daten verfügt. Und mehr als drei Viertel (76,7 Prozent) tun ihrer eigenen Einschätzung nach nicht alles in ihrer Macht stehende, um ihre Personendaten wirksam zu schützen. Nur 17,5 Prozent glauben, dass keine fremde Person auf die gespeicherten Daten zugreifen kann, wenn das Handy oder der Computer abhandenkommen sollten. 61,5 Prozent der Befragten haben sich bereits daran gewöhnt, dass sie praktisch überall gefilmt, gescannt oder anderweitig überwacht werden.
Über die Hälfte steht Datensammlerei gleichgültig gegenüber
Die Einstellung gegenüber Google hat sich bei 90,3 Prozent der Österreicher verschlechtert, nachdem bekannt geworden ist, dass für Googles Street View private WLAN-Daten gesammelt wurden. Gleichzeitig ist es aber mehr als der Hälfte (54,9 Prozent) gleichgültig, wenn Google für die kostenlose Nutzung seiner Dienste möglichst viel ihrer Personen- und Verhaltensdaten sammelt. Dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter primär auf die Erlangung der Nutzerdaten zu kommerziellen Zwecken abzielen, ist mehr als vier Fünftel (82,1 Prozent) bewusst.
Härteres Vorgehen gefordert
Nur ein Viertel der Österreicher (25,9 Prozent) ist sich ganz sicher, dass es an ihrem Arbeitsplatz keine Überwachung gibt. Wenn es um die Durchsetzung individuellen Datenschutzes gegenüber Unternehmen geht, halten 85 Prozent den einzelnen Bürger für ziemlich hilf- und machtlos. Dementsprechend fordern 89,6 Prozent harte, wirksame und abschreckende Sanktionen gegen ein unrechtmäßiges Erlangen und Verwenden von Personendaten durch große Firmen.
Thematik für viele zu kompliziert
Die Strafbestimmungen und Strafrahmen für Datenschutzvergehen sind für 61,8 Prozent der Österreicher nicht ausreichend und zeitgemäß. Dementsprechend fordern auch mehr als drei Viertel (78,3 Prozent) vom Gesetzgeber, den Abstand zwischen den technischen Möglichkeiten der Internetkriminalität und den gesetzlichen Bestimmungen sowie der Kontrolle ihrer Einhaltung zu verringern. Mehr als der Hälfte der Österreicher (57,7 Prozent) ist allerdings die ganze Datenschutzmaterie einfach zu kompliziert, sie wollen sich gar nicht allzu sehr damit belasten.
Facebook-Gründer kündigt Verbesserung beim Datenschutz an
Wohl auch deshalb hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Montag Fehler des Unternehmens beim Datenschutz seiner Nutzer eingeräumt und weitere Verbesserungen angekündigt. "Ich weiß, dass wir eine Reihe von Fehlern gemacht haben", schrieb Zuckerberg am Sonntag in einer E-Mail. Schon kommende Woche werde das Unternehmen dazu weitere Verbesserungen ankündigen. "Ich will sicherstellen, dass wir diesmal alles richtig machen." Das Unternehmen werde das Unternehmen auch Anregungen seiner Nutzer zum Datenschutz umsetzen.
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