03.08.2019 06:00 |

Will altes Amt zurück

Kickl als Spaltpilz für die nächste Koalition

Nun sag, wie hast du’s mit Herbert Kickl? Diese innenpolitische Gretchenfrage spaltet das Land vor der bevorstehenden Nationalratswahl am 29. September. Er selbst will wieder Innenminister werden, die ÖVP hat aber etwas dagegen. Und nun bringt ihn auch noch ein via „Krone“ publik gewordener Verdacht in der Identitären-Affäre unter Druck.

Die Identitären-Affäre an sich birgt bereits genug Sprengstoff, nun förderte die „Krone“ noch ein weiteres heikles Detail zutage: In der Suche nach jenem Mann, der den Identitären-Chef Martin Sellner womöglich vor einer kurz bevorstehenden Hausdurchsuchung gewarnt hat, taucht der Name des ehemaligen Kabinettschefs von Herbert Kickl im Innenressort auf.

Kontakt zwischen Kickls Kabinettschef und Identitären-Chef
Reinhard Teufel - er leitet aktuell das Büro des Ex-Ministers im blauen Klub - bestreitet jedoch, etwas damit zu tun zu haben. Zwar hatte er Kontakt mit Sellner, nicht aber im besagten Zeitraum. Die Sache liegt jetzt nun einmal bei der Staatsanwaltschaft Wien. Kickl selbst tat den Verdacht als „frei erfunden“ ab. 

Kickl: „Heraus mit den Anrufprotokollen“
Brisant: Der SPÖ-Abgeordnete Jan Krainer verlangt nun eine Überprüfung der Telefongespräche von Sellner und Teufel im fraglichen Zeitraum und kündigt eine Reihe parlamentarischer Anfragen an. In der heiklen Causa werden Kickls Gegner einen weiteren Grund finden, ihn als Minister abzulehnen. Umfragen zufolge tut dies übrigens die Mehrheit der Österreicher. Gut angeschrieben ist er nur unter Blauen: Drei von vier FPÖ-Wählern halten ihn für einen guten Minister. Kurzum: Kein anderer Politiker polarisiert derzeit so stark wie Kickl.

Mehrheit der Österreicher lehnt Kickl als Minister ab
In der heiklen Causa werden Kickls Gegner einen weiteren Grund finden, ihn als Minister abzulehnen. Umfragen zufolge tut dies übrigens die Mehrheit der Österreicher, auch rund 60 Prozent der ÖVP-Wähler wollen ihn nicht als Minister. Gut angeschrieben ist er unter Blauen, drei von vier FPÖ-Wählern halten ihn für einen guten Minister. Kurzum: Kein anderer Politiker polarisiert so stark wie Kickl.

Kurz deutlich: Kickl hat in Regierung keinen Platz
Denn außerhalb der FPÖ will niemand mehr so recht an ihm anstreifen: ÖVP-Chef Sebastian Kurz stellte dieser Tage klar, dass Kickl einer Neuauflage von Türkis-Blau im Weg stehe - und zwar egal, in welchem Regierungsamt. Das lässt sich der Ex-Innenminister nicht gefallen: Er will unbedingt wieder Innenminister werden, das machtvolle Ressort reklamiert er wie Kurz für seine eigene Partei. Für die FPÖ sei das Innenressort eine unverhandelbare Koalitionsbedingung.

Plan B: Kickl weiter als Klubobmann?
Ein möglicher Ausweg in Richtung Türkis-Blau wäre laut Insidern der Job als blauer Klubchef: Als solcher wäre Kickl zwar nicht offiziell Teil der Regierung, säße aber bei allen wichtigen Verhandlungen mit am Tisch.

Kronen Zeitung

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