06.06.2019 16:53 |

ÖVP-Raucher-Schwenk

Hofer trotz FPÖ-Unmut: Keine Revanchefouls!

Dass nach einem Kursschwenk der ÖVP einem Rauchverbot in der Gastronomie nun nichts mehr im Wege steht, hat bei vielen für großen Jubel gesorgt. Alles andere als begeistert über die Rücknahme des gemeinsamen Koalitionsbeschlusses ist freilich die FPÖ - Revanchefouls planen die Freiheitlichen aber nicht, wie Parteichef Norbert Hofer am Donnerstagnachmittag der „Krone“ bestätigte.

Nach einigem Hin und Her dürfte das Rauchverbot in der Gastronomie nun doch kommen. Nach längerem Zaudern konnte sich die ÖVP nach Koalitionsende mit der FPÖ zu einer neuen Linie in dieser Frage durchringen - trotz der Angst, dass nun auch die Blauen damit beginnen werden, für sie einst schmerzhafte Koalitionsbeschlüsse rückgängig zu machen. Offenbar planen das die Freiheitlichen aber nicht. „Für uns ist es eine Frage der politischen Reife und Aufrichtigkeit, keine gemeinsamen Beschlüsse wieder aufzuschnüren“, sagt FPÖ-Chef Hofer zur „Krone“.

Das gelte auch für den Zwölfstundentag und die Karfreitagsregelung. „Wir stehen zu allem, ich bin kein Revanchierer“, sagt Hofer.

Blauer Unmut in den Ländern
Andere Blaue fanden zur neuen Linie der ÖVP in Sachen Rauchverbot in der Gastronomie sehr viel schärfere Worte. Der niederösterreichische FPÖ-Obmann Udo Landbauer etwa meinte, die ÖVP „verpasst unseren heimischen Wirten definitiv den Todesstoß“. Verärgert zeigte sich auch der blaue burgenländische Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz: Gemeinsame Beschlüsse infrage zu stellen sei „kein ungefährlicher Weg“.

Opposition sieht längst überfälligen Schwenk
Bei vielen anderen ist der Jubel entsprechend groß. „Dass die ÖVP endlich umschwenkt, ist ein wichtiger und nötiger Schritt für Österreich“, sagt SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker findet es „schön, dass die Türkisen sich endlich dazu bekennen, ein allgemeines Rauchverbot unterstützen zu wollen“. Erfreut über den Kursschwenk der ÖVP haben sich auch die Liste JETZT, die Grünen und die Initiatoren des Nichtraucherschutzvolksbegehrens „Don’t Smoke“ gezeigt.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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