Do, 27. Juni 2019
23.05.2019 06:40

Sortimente ausgebaut

Kampf um Kunden: Baumärkte ringen um Handwerker

Die Baumax-Pleite Ende 2015 sorgte auf dem heimischen Heimwerkermarkt für eine Sonderkonjunktur. Insbesondere Obi, der viele Standorte übernahm, profitierte stark und verdoppelte seinen Marktanteil. Seither kämpfen die Baumärkte aber mit einem nur leicht steigendem Geschäft. „Das Umsatzwachstum ist überschaubar“, erklärt Experte Andreas Kreutzer. Gut ginge wegen der zuletzt erfreulichen Bautätigkeit nur der Baustoffhandel.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Vom gesamten Handelsumsatz der Branche von 4,85 Milliarden Euro entfielen zuletzt bereits über 77 Prozent auf Zement, Beton, Ziegel & Co. Vor drei Jahren waren es noch 75,1 Prozent. Dazu kommt, dass den klassischen Heimwerkermärkten auch die Kunden abhanden kommen. „Aufgrund der Altersstruktur mit mehr älteren Menschen hat der Trend des Heimwerkens in den letzten Jahren deutlich abgenommen“, meint auch RWA/Lagerhaus-Generaldirektor Reinhard Wolf. Immer größer wird auch der Druck im Online-Bereich. Dort regiert meist jedoch der beste Preis – was zulasten der Margen geht.

Outdoor-Living gefragt
Doch es gibt auch noch erfreuliche Segmente. „Ein Wachstumstreiber ist nach wie vor Outdoor-Living“, so Hagebau-Österreich-Chef Clemens Bauer. Man biete daher speziell hier ein umfassendes Sortiment, von Gartenmöbeln bis zu Outdoor-Küchen. Ins gleiche Horn stößt Lagerhaus-Boss Wolf: „Besonders gefragt sind bis dato Gartentechnikprodukte wie z. B. Rasenmäher. Insgesamt liegen wir rund drei Prozent über dem Vorjahr.“ Technikgeräte sind es auch, die Zgonc ein „solides Wachstum“ bringen. Vor allem Akku-Produkte würden boomen, weiß Geschäftsführer-Stv. Josef Huscava.

Sortimente werden vergrößert
Um neue Umsätze zu generieren, werden immer öfter die Sortimente ausgeweitet. So bekommt man in Baumärkten auch schon Geschirr, Heimtextilien oder Möbel. Kreutzer: „Die Rivalität zwischen Baumarkt und Möbelhandel steigt.“ Dem Trend, dass immer weniger Leute in handwerklichen Berufen tätig sind und zunehmend weniger selbst machen können, trägt man mit mehr Dienstleistungsangeboten, bei Marktführer Obi z. B. mit dem Gartenplaner, Rechnung. Wie schwierig das Geschäft unterm Strich ist, sieht man bei Hornbach. Die deutsche Kette hat die letzten Jahre bei uns stetig Marktanteile gewonnen. Jüngst musste jedoch der Österreich-Chef den Hut nehmen - just nach einem Gewinnrückgang des Konzerns.

Gerald Hofbauer, Kronen Zeitung

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