Fr, 24. Mai 2019
09.05.2019 15:41

Online-Shopping

Händler beklagen immer öfter Betrug durch Kunden

Neun von zehn Online-Händler im deutschsprachigen Raum haben schon Betrugsversuche ihrer Kunden erlebt. Die Bandbreite geht von falscher Identität bis zur Bestellung ohne zahlungsfähig zu sein, wie eine Befragung von rund 120 Online- und Versandhändlern in Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigt.

In Österreich sind demnach die Angabe verfälschter Identität oder die Nutzung einer fremden Identität die häufigsten Betrugsformen. Verfälschte Namens- oder Adressdaten haben in Österreich alle von Betrugsversuchen Betroffenen erlebt, 85 Prozent waren schon damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als eine komplett andere reale Person ausgegeben hatte. Drei Viertel erlebten dagegen, dass Kunden Waren bestellten, obwohl sie wussten, dass sie die Rechnung nicht bezahlen können. Häufiger als in Deutschland und der Schweiz werden in Österreich zudem fiktive Zahlungsdaten angegeben. Knapp die Hälfte der Online-Händler in Österreich hat einen Schaden von zumindest 10.000 Euro erlitten.

Betrüger immer professioneller
„Es gibt mittlerweile kaum noch Online-Händler, die nicht schon finanzielle Einbußen durch organisierten Betrug hinnehmen mussten. Die Methoden der Betrüger werden dabei immer professioneller und schwerer zu durchschauen. Gerade deshalb sollten auf jeden Fall Präventionsmaßnahmen gesetzt werden“, empfiehlt Gerald Sebastian Eder, Head of Business Development E-Commerce bei der Wirtschaftsauskunftei CRIF, welche die Umfrage durchführte. Trotz hoher Betrugsrate nutzten mehr als 80 Prozent der Händler manuelle Prüfsysteme statt automatisierter, kritisiert CRIF.

87 Prozent der Unternehmen betroffen
In Österreich gaben 87 Prozent der Befragten an, schon einmal von einem Betrugsfall betroffen gewesen zu sein - vor einem Jahr waren es erst 79 Prozent. Trotzdem scheint es den Unternehmen in Österreich noch eine Spur besser zu gehen als in der Schweiz (92 Prozent) oder Deutschland (97 Prozent). Mehr als die Hälfte der Händler in Österreich und Deutschland haben einen Anstieg bei Betrug wahrgenommen, in der Schweiz gilt dies für knapp die Hälfte.

 krone.at
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