15.03.2019 14:26 |

Nach Team-Blamage

ÖSV-Boss Pum: „Haben schon Karfreitag-Regelung“

Unfassbar, aber wahr: Kaum hatte der Teambewerb beim Weltcup-Finale in Soldeu begonnen, schon war er für Österreichs Team schon wieder vorbei! Bereits im Viertelfinale, also beim allerersten Auftritt überhaupt, kam für das topgesetzte Österreich, Silbermedaillen-Gewinner bei der WM in Aare, das enttäuschende und blamable Aus gegen Kanada - noch dazu mit 0:4. Den Sieg holte am Ende die Schweiz, die sich im Finale gegen Norwegen durchsetzen konnte. Der dritte Platz ging an Deutschland.

Beim Weltcup-Finale war Österreich in einem Teambewerb zuletzt 2015 in Meribel als Dritter auf dem Podest. 2016 in St. Moritz und 2017 in Aspen war man jeweils Fünfter, 2018 in Aare Vierter. Am Freitag in Soldeu war das Spektakel für das rot-weiß-rote Team bei herrlichstem Wetter und Temperaturen im zweistelligen Plusbereich in der Besetzung Katharina Truppe, Katharina Huber, Michael Matt und Marc Digruber in weniger als vier Minuten kurz nach 12 Uhr vorüber. „Freitagmittag ist Schluss, wir haben schon die Karfreitag-Regelung“, versuchte es Sportdirektor Hans Pum mit einem Scherz. Um gleich wieder zu den Fakten zu kommen. „Natürlich wollen wir gewinnen. Aber wir gewinnen zum 30. Mal in Folge den Nationencup, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. So lange sind viele Läufer überhaupt noch nicht auf der Welt“, hatte er das Positive im Blick. Österreich wird sich die Nationenwertung zum insgesamt 40. Mal holen.

Die Läufer hätten sich freilich einen längeren Arbeitstag gewünscht. „Es war halt nicht unser Tag. Wir haben eigentlich alles gegeben, leider hat es nicht gereicht“, sagte Truppe, die sich in dem Parallel-Slalom Laurence St-Germain um 0,18 Sekunden geschlagen geben musste. „Sie ist in Stockholm schon sehr stark gefahren. Ich wusste, dass das eine zähe Partie wird. Als sie unten zum Blocken angefangen hat, bin ich nicht mehr mitgekommen“, sagte die Kärntnerin. Huber kam für Katharina Liensberger zum Einsatz, diese hat Probleme mit den Rücken. Es sei ihr am Donnerstag eingeschossen, teilte der ÖSV mit. Man versuche, sie für das Wochenende fit zu bekommen. „Es war überraschend, dass ich fahren durfte. Ich habe mich gefreut und das Ziel war das Weiterkommen. Aber im Parallel-Rennen kann alles passieren“, erklärte Huber, die Erin Mielzynski um 0,50 Sekunden unterlag.

„Überrascht“ vom schnellen Ausgang war auch Matt, aber es sei eh schon 0:3 gestanden, was er am Start aber nicht mitbekommen habe. „Natürlich wollte ich meine Runde schon gewinnen“, sagte er nach dem Einfädler im Run gegen Benjamin Thomsen. Digruber war zuvor bereits 0,14 Sekunden langsamer als Trevor Philp gewesen. „Wenn man es so sieht, war es ein kurzer Auftritt. Aber ich war heute in der Früh schon beim Slalom-Training. So gesehen war mein Arbeitstag doch etwas länger.“ Er habe extra noch trainiert, weil er noch oft Parallel-Rennen fahre. „Ich hätte mir schon was vorgenommen, das zipft mich doch gerade etwas an.“ Die Schweiz ist momentan in diesem Bewerb fast nicht zu schlagen, trat in Top-Besetzung mit Wendy Holdener, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern und Daniel Yule an und gewann bei 2:2 dank Zeitregel. „Für uns Athleten ist es nicht gleich viel wert wie ein Einzelrennen, aber für die gesamte Mannschaft und die Mitarbeiter ist es sehr wichtig, dass wir da eine gute Leistung zeigen können“, sagte Yule.

Das Endklassement:
1. Schweiz
2. Norwegen
3. Deutschland
4. Kanada
5. Österreich
5. Frankreich
5. Italien
5. Schweden
9. Andorra

Die Ergebnisse:
Finale:

Schweiz - Norwegen 2:2 (0,37 Sek. für Schweiz)
Aline Danioth - Thea Louise Stjernesund (-0,90) 0:1, Ramon Zenhäusern - Leif Kristian Nestvold Haugen (-0,85) 0:2, Wendy Holdener - Mina Fürst Holtmann (+0,48) 1:2, Daniel Yule - Sebastian Foss-Solevaag (+0,39) 2:2
Um Platz 3:
Deutschland - Kanada 3:2
Christina Geiger - Erin Mielzysnki (0,00) 1:1, Fabian Himmelsbach - Benjamin Thomsen (+1,48) 2:1, Lena Dürr - Laurence St-Germain (-0,28) 2:2, Anton Tremmel - Trevor Philp (+0,40) 3:2

Semifinale:
Norwegen - Kanada 3:1
Schweiz - Deutschland 3:1

Viertelfinale:
Kanada - Österreich 4:0
Laurence St-Germain - Katharina Truppe (+0,18 Sek.) 1:0, Trevor Philp - Marc Digruber (+0,14) 2:0, Erin Mielzysnki - Katharina Huber (+0,50) 3:0, Benjamin Thomsen - Michael Matt (eingefädelt) 4:0
Norwegen - Frankreich 2:2 (-0,34 für Norwegen)
Deutschland - Italien 4:0
Schweiz - Schweden 2:2 (-0,45 für Schweiz)
Achtelfinale:
Kanada - Andorra 3:1

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