06.03.2019 22:07 |

Klitschko, Kurz & Co.

ÖVP-Aschermittwoch: „Are you ready for Europe?“

Mit Laugenbrezen, Bier und Wein ist am Mittwochabend in der Klagenfurter Messehalle der politische Aschermittwoch der ÖVP über die Bühne gegangen. „Are you ready?“, dröhnte es zu Beginn aus den Boxen, immerhin war der frühere Schwergewichtsboxer Vitali Klitschko, nunmehr Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, als Stargast anwesend. Außerdem dabei: Kanzler und Parteichef Sebastian Kurz und ÖVP-Granden aus Bund, Land und EU.

„Are you ready für Europe?“ war auch das Motto des Abends - passend zur bevorstehenden EU-Wahl. Insgesamt standen sechs Redner am Programm, neben Klitschko und Kurz auch die EU-Kandidaten Othmar Karas und Claudia Wolf-Schöffmann, Landesparteisekretär Sebastian Schuschnig und Landesobmann Martin Gruber.

Rund 1300 Besucher waren in die Messearena gekommen, Landesgeschäftsführerin Julia Schaar bezeichnete den Abend in ihrer Begrüßung als „größte politische Veranstaltung außerhalb von Wahlkampf-Zeiten in Kärnten“. Bereits im Vorjahr hatte der politische ÖVP-Aschermittwoch mit einer Rede von Kurz in Klagenfurt stattgefunden.

Kurz: „Erste Schritte“ bei Schulden, Steuern und Migration getan
Heuer spannte der Kanzler mit einer Bilanz der Regierungstätigkeit den Bogen zur Veranstaltung im Vorjahr - und verwies auf „erste Schritte“ bei den Versprechen Schuldenabbau, Steuerentlastung und Eindämmung der illegalen Migration. „Wir haben nach 60 Jahren heuer das erste Mal kein Defizit, sondern einen Budgetüberschuss zustande bekommen“, so Kurz in seiner 15-minütigen Rede. Er verwies auf den Familienbonus seiner Regierung und die gesunkenen Flüchtlingszahlen - „aber gleichzeitig haben wir noch viel vor“. Kurz nannte etwa Verbesserungen für pflegende Angehörige und die Digitalisierung, die Österreich für sich nutzen solle.

Klitschko: „Menschen haben für die europäische Idee ihr Leben hingegeben“
Zuvor hatte Stargast Klitschko die Bedeutung europäischer Werte beschworen - insbesondere für seine krisengebeutelte Heimat. „Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte haben Menschen ihr Leben für die europäische Idee hingegeben, starben unter europäischer Flagge.“ Als „Lebensregel“ gab er den Kärntner ÖVP-Anhängern mit auf den Weg: „Im Leben muss man kämpfen. Ohne Kampf gibt es keinen Sieg.“ Dafür erntete er großen Applaus.

Karas: „Miteinander in EU gefährdeter denn je“
Karas sprach in seiner Rede immer wieder von dem wichtigen „Miteinander“ in Europa - denn dieses sei „gefährdeter denn je“: „Europa ist nicht fertig. Wir stoßen täglich an unsere Grenzen, die Menschen spüren das.“ Mit Schuldzuweisungen löse man kein Problem, „mit Lügen führen wir nur das Chaos herbei“, so Karas mit Blick auf den Brexit. Nicht die Mitgliedschaft bei der und die Idee der EU sei das Problem, „sondern die Verlogenheit im Umgang mit der Europäischen Union“. Das Miteinander sei die Antwort auf „Populisten, Nationalisten und Egoisten“.

Die Kärntner Kandidatin für die EU-Wahl, Claudia Wolf-Schöffmann, machte Werbung in eigener Sache - sie verloste eine Reise mit ihr nach Brüssel -, verbunden mit der Bitte um eine Vorzugsstimme bei der Wahl. Für die Zukunft Europas wünschte sie sich ein „unbeschwertes, erfolgreiches Leben in einer geeinten EU“.

Karfreitags-Protestnote an Kurz - „aus Termingründen“ nicht entgegengenommen
Vor der Veranstaltung hatte ein ökumenischer Schweigemarsch durch Klagenfurt als Protest gegen die aktuelle Karfreitagslösung stattgefunden: Vertreter von evangelischer, altkatholischer und katholischer Kirche hatten zu der Protestaktion aufgerufen, rund 500 Teilnehmer waren dem gefolgt. Sie forderten, den Karfreitag zu einem Feiertag für alle zu machen, im Austausch für den Pfingstmontag, der „kein kirchlich gebotener“ Feiertag sei. Direkt vor der Aschermittwochsveranstaltung wurde eine Erklärung an den Kärntner ÖVP-Chef Gruber übergeben. Eigentlich hätte diese Kurz überreicht werden sollen, was aber „aus Termingründen“ nicht zustande kam, hieß es von der ÖVP.

Türkis-blaues „Fernduell“ um die Aschermittwochs-Hoheit
Gleichzeitig hielt die FPÖ ihre traditionelle Aschermittwochsveranstaltung ab - wie gewohnt in der Jahn-Turnhalle in Ried im Innkreis. Dort hielten Bundesparteichef Heinz-Christian Strache, EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky und der oberösterreichische Landesparteivorsitzende Manfred Haimbuchner gewohnt zünftige Ansprachen, in denen es unter anderem um die jüngst ins Gerede gekommenen Feiertage im Land ging.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter