26.02.2019 11:55 |

Mitarbeiter-Protest

Soldaten sollen mit Microsoft-Brille töten lernen

Mithilfe von Microsofts Mixed-Reality-Brille HoloLens sollen US-Soldaten in Zukunft das Töten trainieren. In einem offenen Brief an Firmenchef Satya Nadella protestieren Mitarbeiter des Konzerns nun öffentlich gegen die Zusammenarbeit mit dem US-Militär. Sie sehen die Grenze zur Waffenentwicklung überschritten.

Microsoft hatte vergangenen November von der US-Army einen rund 480 Millionen US-Dollar schweren Auftrag zur Entwicklung eines „Integrated Visual Augmentation System“ erhalten. Dessen offizielles Ziel: mittels der Mixed-Reality-Brille HoloLens eine Plattform zu entwickeln, mit der Soldaten die „zur Überwindung derzeitiger und zukünftiger Gegner notwendige Tödlichkeit, Mobilität und situative Aufmerksamkeit“ trainieren können.

“HoloLens For Good, Not War“
In einem offenen, via Twitter verbreiteten Brief an Microsoft-CEO Satya Nadella und Chefjustiziar Brad Smith protestieren Mitarbeiter des Konzerns nun gegen die Zweckentfremdung der Technologie: „Wir weigern uns, Technologien für Kriegsführung und Unterdrückung zu entwickeln. Wir sind beunruhigt, dass Microsoft daran arbeitet, Waffentechnologie für das US-Militär bereitzustellen und der Regierung eines Landes zu helfen, mithilfe von Tools, die wir entwickeln, die Letalität zu erhöhen“, kritisieren die Mitarbeiter.

„Grenze zur Waffenentwicklung überschritten“
Microsoft habe zwar schon zuvor Technologien an das US-Militär lizenziert, jedoch nie die Grenze zur Waffenentwicklung überschritten. „Mit diesem Vertrag schon“, schreiben die Mitarbeiter weiter. Die Anwendung von HoloLens „soll Menschen beim Töten helfen. Es wird auf dem Schlachtfeld eingesetzt und funktioniert, indem es die Kriegsführung in ein simuliertes ‚Videospiel‘ verwandelt und die Soldaten weiter von den grimmigen Herausforderungen des Krieges und der Realität des Blutvergießens entfernt.“

Die Mitarbeiter fordern daher von Microsoft die Auflösung des Vertrags mit dem US-Militär sowie die Einstellung aller Arbeiten zur Entwicklung von Waffentechnologien. Zudem solle der Konzern eine unabhängige Ethik-Kommission einrichten.

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