14.01.2019 12:55 |

Lebensgefahr?

Bei Aquaplaning auf den Tempomat verzichten?

Auf Facebook gehen viele Massenpostings um, die man unbedingt an zehn oder 15 Personen weiterleiten muss, weil sonst … Punkt, Punkt, Punkt. Eines, das mich heute erreicht hat, klingt aber ganz vernünftig: „Niemals im Regen mit Tempomat fahren!“ Ob da was dran ist, habe ich Roland Frisch gefragt, seines Zeichens Fahrtechnikexperten beim ÖAMTC.

Das Facebook-Posting klingt alarmierend, es beschreibt den Unfall einer 36-jährigen Frau. Sie war im Auto mit aktiviertem Tempomat unterwegs, es regnete („nicht besonders stark“) und plötzlich hob ihr Wagen ab „und flog durch die Luft“. Sie kam mit dem Schrecken und einem Totalschaden davon - und bekam von einem Polizisten den Rat, bei Regen niemals den Tempomat zu benutzen, weil das Auto sonst bei Aquaplaning „weiter beschleunigt und wie ein Flugzeug abhebt“.

Stimmt das wirklich?
„Ganz so dramatisch ist es nicht“, sagt Roland Frisch. „Es kommt immer auf die Geschwindigkeit an. Wenn man langsam genug fährt, schwimmt das Auto auch mit Tempomat nicht auf.“ Aber: „Wenn Aquaplaning auftritt, ist es nicht gut, wenn der Tempomat aktiviert ist.“

Das Problem sei tatsächlich, das der Tempomat weiter beschleunigt, wenn die Räder aufschwimmen. Normalerweise wird ein Auto automatisch langsamer, wenn es in eine Wasseransammlung gerät. „Dieses Abbremsen reicht meist schon, um sicher weiterzufahren.“ Der Tempomat verhindere das aber.

Außerdem bekomme der Fahrer mit Tempomat unter Umständen nicht mit, dass längst Aquaplaninggefahr droht. „Vor allem mit Hinterrad- oder Allradantrieb. Mit Frontantrieb bemerkt man es eher, weil der Motor aufheult, wenn die Räder aufschwimmen.“

Grundsätzlich ist es also besser, im Regen nicht mit Tempomat zu fahren, dafür aber umso aufmerksamer.

Tipps des ÖAMTC für das Fahren nach oder in starkem Regen:
·  Grundsätzlich Geschwindigkeit reduzieren, allein schon aus Sichtgründen. Nicht von anderen Autofahrern verleiten lassen, zu schnell zu fahren. Besondere Tempolimits beachten
·  Abblendlicht einschalten
·  Scheibenwischergeschwindigkeit den Sichtverhältnissen anpassen. Bei Scheibenwischerbetrieb in der schnellsten Stufe (Stufe 3) gilt auch mit neuen Reifen: Maximal 80 km/h
·  Auf Spurrillen achten und versetzt dazu fahren. Dies gilt besonders auf der rechten Spur von mehrspurigen Bundesstraßen und Autobahnen
·  Gischt- und Wasserschwall an den Rädern vorausfahrender Fahrzeuge beobachten
·  Ggf. Radio leiser stellen, um Änderungen der Motordrehzahl und der Wassergeräusche besser und schneller wahrnehmen zu können
·  Hinweise auf das Aufschwimmen der Räder beachten: Bei frontgetrieben Fahrzeugen ohne Schlupfkontrolle schwankt die Drehzahl bei Erreichen der Aufschwimmgeschwindigkeit. Bei Fahrzeugen mit Schlupfkontrolle (ESP) Fahrzeugreaktionen und Kontrollleuchte beachten
·  Wenn die Räder aufschwimmen, nicht lenken und nicht bremsen, Motor auskuppeln
·  Spürbar wird das Erreichen der Aufschwimmgeschwindigkeit meist auch an schwächer werdenden Kräften am Lenkrad
·  Besonders bei heckgetriebenen Fahrzeugen ist das Aufschwimmen der Vorderräder schwer zu erkennen. Deswegen die Lenkeigenschaften besonders überwachen.

Wie schnell es auf nasser Straße passieren kann, dass man ins Schleudern gerät, sehen Sie oben im Video!

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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