Do, 17. Jänner 2019

„Muslime müssen gehen“

17.12.2018 08:28

Hass-Posting: Facebook sperrt Netanyahu-Sohn

Der Sohn von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat wegen anti-muslimischer Äußerungen Probleme mit Facebook bekommen. Das soziale Netzwerk löschte die Kommentare und blockierte seine Seite für 24 Stunden, wie Jair Netanyahu am Sonntag über Twitter mitteilte. Er warf Facebook vor, eine „Gedankendiktatur“ zu errichten.

Der 27-Jährige hatte nach einem tödlichen Anschlag auf Israelis im Netz dazu aufgerufen, deren „Tod zu rächen“, wie die „Times of Israel“ am Montag berichtete. „Es wird nie Frieden geben mit diesen Monstern in Form von Männern, die sich selbst seit 1964 ‘Palästinenser‘ nennen“, schrieb er demnach unter anderem. In einem weiteren Post sagte er: „Es wird hier keinen Frieden geben, bis: 1. Alle Juden Israel verlassen. 2. Alle Muslime Israel verlassen. Ich bevorzuge die zweite Option.“

Kritik an „Gedankenpolizei“
Nachdem mehrere seiner Posts von Facebook gelöscht wurden, griff er das Netzwerk scharf auf seiner Seite an. Er warf Facebook vor, eine „Gedankendiktatur“ zu errichten. „Die Gedankenpolizei der radikalen Progressiven von Facebook sind auch bei mir angekommen“, schrieb er. Diesen Post teilte er am Sonntagabend auf Twitter und schrieb, Facebook habe seine Seite für 24 Stunden blockiert.

Zudem kritisierte der Politikersohn, dass etwa die radikal-islamische Hamas oder die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah offizielle Facebook-Seiten hätten. „Es gibt auch endlos viele Seiten, die zur Zerstörung Israels und zum Mord von Juden aufrufen.“ Doch all diese Aussagen verstießen nicht gegen die Regeln der Facebook-Gemeinde und fielen unter die Meinungsfreiheit, schrieb er.

Jair Netanyahu war in der Vergangenheit schon mehrmals aufgefallen. Im vergangenen Jahr verklagte ihn eine linksorientierte Organisation, die er im Internet als radikal und anti-zionistisch angegriffen hatte. Kritiker werfen die Frage auf, warum der 27-Jährige ohne eine offizielle Funktion in der Residenz des Ministerpräsidenten wohnt und auf Kosten der Steuerzahler mit Leibwächter und Chauffeur unterwegs ist. Gemutmaßt wird, dass Netanyahu seinen Sohn zum politischen Erben aufbauen will.

 krone.at
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