Hartberg-Coach im Hoch

Schopp blieb nach fünftem Sieg in Folge bescheiden

Der TSV Hartberg ist im österreichischen Fußball weiterhin die Mannschaft der Stunde. Mit dem 3:2 am Samstag bei der Admira fuhr der Aufsteiger bereits den fünften Pflichtspielsieg in Folge ein, als Lohn gab es den zumindest vorläufigen Vorstoß auf Platz fünf. Trainer Markus Schopp war dennoch bemüht, keine überzogenen Erwartungen aufkommen zu lassen. 

Der Ex-Teamspieler bezeichnete den derzeitigen Tabellenstand als „schöne Situation. Aber es ist nur eine Momentaufnahme.“ Dass der Sieg trotz 1:2-Rückstands und numerischer Unterlegenheit gelang, wertete Schopp als Beweis für die große Moral in seiner Mannschaft. Ein weiter Trumpf der Hartberger in der Südstadt war neben einer Portion Glück auch das Stechen der „Joker“. Zwei Einwechselspieler - Christian Ilic und Zakaria Sanogo - traten als Torschützen in Erscheinung.

Zudem ging der erste Treffer auf das Konto von Thomas Rotter, der nur aufgrund der Verletzung von Michael Huber in die Startformation gerutscht war. „Das zeigt, dass der gesamte Kader hundertprozentig mitzieht, und es freut mich auch, dass sie das Vertrauen zurückgegeben haben“, meinte Schopp. Dabei zeigten sich einige seiner Kicker nach dem Schlusspfiff durchaus selbstkritisch, wofür Schopp auch Verständnis hatte. „Das war eines unserer schwächeren Spiele“, gab der Steirer zu. „Das war aber auch der Admira geschuldet, die gegen uns sehr gute Lösungen gefunden hat.“

Für Reiner Geyer war dieses Lob nur ein äußerst schwacher Trost. Der neue Trainer der Südstädter trauerte einem positiven Resultat bei seinem Debüt nach. „Aber wie wir gespielt haben, war in Ordnung. Es wird auch Partien geben, in denen wir im Finish die Glücklicheren sind“, prophezeite der Nachfolger von Ernst Baumeister. Der Deutsche überraschte mit einigen Umstellungen - so setzte er etwa auf eine Dreierkette mit Kapitän Daniel Toth im Abwehrzentrum. Der etatmäßige Mittelfeldspieler lieferte in der für ihn ungewohnten Rolle eine passable Leistung ab, leitete jedoch mit einem Schnitzer das 2:3 ein, indem er den Ball nicht aus der Gefahrenzone drosch. „Diese Situation hätte ich anders lösen müssen“, gab der 31-Jährige zu.

Allerdings hätten die Niederösterreicher die Partie schon davor zu ihren Gunsten entscheiden können. „Wir müssen aus unseren Chancen mehr herausholen. Es gelingt uns in so einer Situation einfach nicht, den Deckel draufzumachen“, kritisierte Toth (unten im Bild), gab sich aber auch optimistisch: „Wir müssen nach vorne schauen. Unsere Leistung hat gestimmt.“ Trotzdem liegt die Admira weiterhin am Tabellenende, während die Hartberger mit der Teilnahme an der Meistergruppe liebäugeln dürfen.

Das gilt in verstärktem Maß auch für den LASK und den SKN St. Pölten, die nach einem 2:2 im direkten Duell auf den Plätzen zwei und drei liegen. LASK-Coach Oliver Glasner war mit dem Ergebnis in der NV-Arena weit weniger zufrieden als sein Gegenüber Ranko Popovic. „Wir haben jetzt schon das zweite, dritte Mal das Spiel nicht entscheiden können. Es war ein unnötiger Punkteverlust“, meinte der Oberösterreicher nach dem fünften Liga-Match en suite ohne vollen Erfolg. Popovic hingegen durfte sich in der dritten Partie unter seiner Regentschaft über den ersten Punkt und die ersten Tore freuen. „Ich freue mich, wenn die Mannschaft Fortschritte macht - das ist der Fall, deswegen bin ich zufrieden“, erklärte der frühere Sturm-Graz-Verteidiger.

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