Mi, 21. November 2018

Nach Katastrophe

20.10.2018 06:00

Gasen ist mit seinen Kräften am Ende

Gut einen Monat nach dem katastrophalen Unwetter vom 14. September - dem fünften heuer! - pfeifen Bewohner und Helfer bei den Aufräumarbeiten in Gasen aus dem letzten Loch. Auch die Gemeindemitarbeiter rund um Bürgermeister Erwin Gruber können eigentlich längst nicht mehr. Dabei ist noch so viel zu tun.

„Wir werden heuer nicht fertig.“ Erwin Gruber, seit dem verheerenden Unwetter vom 12. Juni als Katastrophenmanager gefragt, klingt müde. „16 Stunden am Tag geht das Telefon, alle brauchen etwas“, erzählt er.

Fünf Wochen ist es jetzt her, dass das Wetter in Gasen zum fünften Mal in nur einem Sommer zugeschlagen hat: Schwere Niederschläge rissen Straßen und Brücken weg, verlegten Hofzufahrten. Dazu traten Gasen- und Mitterbach über die Ufer; Hänge rutschten ab.

Zeitraubendes Vortasten
Nachdem die 50 Bundesheer-Pioniere abgerückt sind, arbeiten 30 Mann mit Spezialmaschinen und Lastwagen den Rest der Schäden auf: Die Ufer der Bäche werden gesichert, dazu die Hänge bei Straßen und Häusern mit Polsterdämmen vor dem Abrutschen bewahrt. Gruber: „Es ist ein zeitraubendes Vortasten im extrem unwegsamen Gelände.“

Parallel bereitet die Gemeinde fieberhaft das Großprojekt zum Unwetterschutz vor, an dem seit drei Jahren geplant wird: Um 14 Millionen Euro sollen binnen drei Jahren die Bäche sowohl erweitert als auch vertieft werden. Dazu kommen Geschieberückhalte, neue Brücken und Sperrenbauwerke.

Bund muss finanziell aushelfen
In Einzelgesprächen hat der Bürgermeister 85 betroffene Grundbesitzer an Bord geholt: „Alle stellen den für die Maßnahmen nötigen Grund ohne Ablöse zur Verfügung“, so Gruber dankbar, der bei der Finanzierung allerdings auf Hilfe des Bundes angewiesen ist: Die üblichen 20 bis 25 Prozent Gemeindeanteil - das wären etwa drei Millionen - sind aus den Gasener Jahresbudget (zwei Millionen) unmöglich aufzubringen.

Derweil heißt es weiterkämpfen - wenn es das Wetter erlaubt, bis Ende November. Und für Weihnachten auf ein bisschen Ruhe hoffen.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen
Trauerminute in Kanada
Speed-Asse gedenken verstorbenem Ski-Talent
Wintersport
Bestätigt:
Victoria Swarovski bleibt bei „Let‘s Dance“
Video Stars & Society
Kampfansage an BVB
Bayerns Boateng: „Darum gibt es keine Wachablöse!“
Fußball International
Micky-Preise gewinnen
Die mächtigste Maus der Welt ist 90 Jahre jung!
Gewinnspiele
Schmerzerfüllt
Andreas Gabalier nach Schulterverletzung tapfer
Video Stars & Society
Sorge um Schlagerstar
Karel Gott seit mehreren Tagen im Krankenhaus
Video Stars & Society
Vier hinten, zwei vorn
Samsungs Galaxy S10 soll sechs Kameras bekommen
Elektronik
Hollywoodstar getrennt
Robert De Niro: Ehe-Aus nach mehr als 20 Jahren
Video Stars & Society
„Deep Dive“-Trailer
Open-World-Action von „Just Cause 4“ im Überblick
Video Digital
„Fliegende Grätsche“
Hässliche Attacke! Dieses Foul wird zur Straftat
Video Sport

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.