Sa, 20. Oktober 2018

krone.at-Test

07.10.2018 08:55

„FIFA 19“: Wie gut ist die Fußball-Sim wirklich?

Freunde gepflegter Fußball-Matches am heimischen TV-Gerät sind der Reihe seit Jahren treu ergeben. Dass „FIFA 19“ heuer sogar mit Champions-League-Lizenz daherkommt und auch darüber hinaus noch eine Menge interessanter Neuerungen verspricht, macht sie umso neugieriger. Aber wie gut ist „FIFA 19“ wirklich? krone.at hat die Probe aufs Exempel gemacht.

Leverkusen gegen Dortmund: Die Schwarz-Gelben liegen nach der ersten Halbzeit 2:0 hinten. Nach der Pause kommen sie wie verwandelt aus der Kabine, verkürzen auf 2:1, gleichen aus. Die Auswärtsfans schöpfen neue Hoffnung und feuern ihre Mannschaft noch lauter an. Die Dortmunder setzen nach. Tor! Auswärtssieg! Tabellenführer! Im Auswärtssektor kocht die Stimmung über.

Schauplatzwechsel - Premier League: Chelsea und Liverpool stehen sich gegenüber. Eine unglaubliche Atmosphäre an der Stamford Bridge begleitet die rasante, hochklassige, spannende Partie.  Sie endet 1:1.

Diese dichte Stadionatmosphäre, die auch den ruhigsten Zeitgenossen irgendwann mitreißt, bringt kein Spiel besser ins Wohnzimmer als „FIFA 19“. Die Fans gehen bei jeder Aktion mit, feuern ihre Teams an. Bei „großen“ Mannschaften wie Arsenal oder Liverpool sind authentische Schlachtgesänge zu hören. Nichts stimmt auf eine Liverpool-Partie besser ein als „You‘ll never walk alone“. Der Stadionsprecher verkündet noch die Aufstellung, dann kann es schon losgehen.

Beide Teams gehen mit hoher Intensität zu Werke. Den Spielern ist die Anstrengung förmlich anzusehen. Sie schwitzen, ihre Trikots werden schmutzig. Teilweise schauen sie ihren realen Ebenbildern gar nicht (mehr) so ähnlich. Zumindest bei den Top-Teams sollten alle Spieler nahe am Original sein.

Rasen mit Abnutzungserscheinungen
Das tut dem Geschehen auf dem Rasen, der mit der Zeit auch Abnutzungserscheinungen aufweist, natürlich keinen Abbruch. Das Tempo - hat sich da wer „PES“ genauer angesehen? - wurde merkbar zurückgeschraubt. Das tut der Spielbarkeit auch bei Fifa merklich gut. Dribblings lassen sich zudem etwas einfacher bewerkstelligen.

So elegant sich die Spieler großteils auf dem Rasen bewegen, so sehr dürften einige Neymar als Vorbild haben. Das gilt nicht für seine Tricks, sondern für seine Fallsucht. Bei der Ausbalancierung der Zweikämpfe besteht also Bedarf zur Nachschärfung. Das gleiche gilt für die Trägheit mancher Spieler. Schon klar, ein Spieler der österreichischen Bundesliga ist kein Messi aber auch hierzulande gibt es Spieler mit Dynamik.

Neue Spezialschüsse als nettes Extra
Ein neues Element ist bei den Abschlüssen hinzugekommen. Drückt man die Schusstaste zum richtigen Zeitpunkt zwei Mal hintereinander lässt der Schütze einen besonders gefährlichen Schuss folgen. Trifft man das Quicktime-Event nicht, fliegt der Ball Richtung Stadiondach. In der Praxis bleibt man dann doch eher beim herkömmlichen Schuss. Für Profis ist es allerdings eine Möglichkeit ihrem Spiel eine neue Facette hinzuzufügen.

Taktisch lässt sich im Fußball einiges bewegen, um auch Teams mit nicht so begabten Einzelspielern besser aussehen zu lassen. Dazu gibt es in „FIFA 19“ vielfältige Möglichkeiten. Ein beliebtes Mittel um fußballerisch nicht so gute Teams ins Schwitzen zu bringen oder einen Rückstand wettzumachen ist das Pressing. Die eigenen Spieler laufen auch brav den Gegner an. Doch anstatt, zumindest manchmal in Hektik zu verfallen, wird viel zu oft auch von schwachen Teams der Ball gekonnt und seelenruhig in den eigenen Reihen gehalten.

Der Torhüter wirkt zwar manchmal etwas hektisch doch seine Leistungen sind alles in allem ganz in Ordnung. Das war bei „FIFA“ lange nicht so.

Kurzweilige Features im Freundschaftsspiel
Für Zwischendurch, um sich schnell aufzuwärmen oder einem Freund zu zeigen wer hier der bessere Fifa-Spieler ist, wird gern das Freundschaftsspiel gewählt. Unter der Anstoß-Option hat EA Sports ein paar kurzweilige Features hinzugefügt.

Regelwerk-Puristen müssen jetzt stark sein! Es gibt beispielsweise eine Survival-Option: Bei der Mannschaft die ein Tor erzielt, muss ein Spieler den Platz verlassen. Außerdem kann eingestellt werden, dass nur Tore aus Volleys oder Kopfbällen zählen oder ein Distanztreffer doppelt gewertet wird. Wer schon immer mal dem Gegner zeigen wollte, was ein richtig harter Zweikampf ist, lässt einfach den lästigen Schiedsrichter weg. Das sorgt für ordentlich Spaß, auch wenn am Ende dann doch wieder zum regelkonformen Spiel zurückgekehrt wird.

Neue Runde in der Alex-Hunter-Story
Die Geschichte um Alex Hunter geht in die dritte Runde. Am Weg zum Superstar muss er sich nun bei Real Madrid beweisen. EA Sports lässt es damit nicht bewenden. Seine Halbschwester will unbedingt ins US-Nationalteam und sein Freund Danny Williams möchte nun endlich durchstarten und Stammspieler werden. Der Story-Modus lohnt sich nicht nur für Kenner der ersten beiden Teile.

Das größte Asset - der Coup - ist allerdings der Erwerb der Champions-League Rechte.  Das wird schon beim ersten Start von „FIFA 19“ zelebriert. Dabei kommt es zum Duell zwischen Juventus Turin mit Fifa Cover-Star Christiano Ronaldo und PSG um den Champions League Sieg.

Fazit: „FIFA 19“ glänzt insbesondere durch die dichte Atmosphäre, den riesigen Spielumfang und natürlich die Champions League. Spielerisch hat es sich auch weiter verbessert. Gegenüber „PES“ ist es trotzdem nicht gelungen, den Abstand wieder etwas zu vergrößern. Der Konkurrent spielt sich einfach stimmiger. Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau. Alles in allem bietet „FIFA 19“ das ultimative Komplettpaket in puncto Fußball-Simulation.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC
krone.at-Wertung: 9/10
Publisher: EA Sports

Harald Kaplan
Harald Kaplan

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