Fr, 21. September 2018

Ehemalige Volksschule

14.09.2018 17:23

Hieflau feiert das „120-Jahre-Klassentreffen“

So ein Klassentreffen gibt’s nicht alle Tage: Am Samstag, dem 15. 9., versammeln sich zahlreiche Ehemalige in der 2016 stillgelegten Volksschule von Hieflau, um über die Nachnutzung ihrer alten Klassenräume zu plaudern. Ein Plenum, das spannende Impulse für den massiv von Abwanderung betroffenen Ort liefern könnte! Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

1898 stürmten die ersten Taferlklassler in die Volksschule - 118 Jahre später, im Sommer 2016, kehrte Ruhe ein in den altehrwürdigen klassizistischen Bau. Aber im Gegensatz zu manch anderer Schulschließung gab es in Hieflau keine Proteste, im Gegenteil: „Die Eltern der zehn verbliebenen Schüler waren geschlossen für sprengelfremden Schulbesuch, damit ihre Kinder einen altersgemäßen Unterricht bekommen“, erinnert sich Johannes Schreibmeier, Amtsleiter der Gemeinde Landl.

Ort schrumpfte seit 2010 um ein Drittel
Der Schritt war schmerzlich, aber absehbar, nicht nur wegen der Gemeindefusion mit Landl, Palfau und Gams: Hieflau, in den Siebzigern knapp 2000 Einwohner groß, schrumpfte bis 2010 auf rund 1000. „Heute leben hier 680 Menschen“, klärt Vizebürgermeister Franz Johannes Mayer auf.

Genau dieser dramatische Bevölkerungsschwund ist beim samstägigen „120-Jahre-Klassentreffen“ - bei dem übrigens hunderte Bilder und Requisiten aus der Geschichte des Hauses ausgestellt werden - Hauptthema: Ab 10 Uhr sind nicht nur Ex-Schüler, sondern alle Interessierten eingeladen, Ideen zur weiteren Nutzung des Hauses einzubringen. Ab 14 Uhr werden erste Ergebnisse präsentiert.

Einladung an Hieflauer „Auswanderer“
Es sei durchaus denkbar, dass der eine oder andere Heimkehrer Lust bekomme, in dem stattlich sanierten Gebäude Fuß zu fassen, so Schreibmeier, der bei der Abwanderung die Talsohle erreicht sieht. Um den Tourismus zu fördern, der mit dem Rafting-Sport auf der Salza und dem herrlichen Nationalpark Gesäuse boomende Zugpferde hat, könnte das entlang der Straße „aufgefadelte“ Hieflau ein Ortszentrum gut gebrauchen. So auch die Diagnose von Grazer Architekturstudenten, die seit Juni auf „Expedition Heimat“ in Hieflau sind.

Neues Ortszentrum mit Park angedacht
Ihre Konzepte sind noch bis 7. Oktober im „Schneckenhaus“ zu sehen. Zentraler Vorschlag: Das brachliegende alte „Hammerhaus“ der voestalpine direkt gegenüber der Schule gastronomisch neu zu beleben - und den Platz dahinter für eine Parkanlage zu nutzen.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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