11.12.2009 10:47 |

Nasser Keller

Endlich Schluss mit nassen, feuchten Kellern!

Es kann einem schon das Leben als Hausbesitzer verleiden: Ein nasser, feuchter Keller ist nicht nur unwohnlich und ungemütlich, sondern bringt auch zahlreiche Gefährdungen für Mensch – Stichwort: Schimmelpilz! – und Brieftasche, so zum Beispiel in Form von überhöhten Heizkosten, mit sich. Und wirksame Abhilfe zu schaffen, ist in der Praxis oft gar nicht so einfach.
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Es beginnt schon bei der Ursachenforschung: Woher die hartnäckige Feuchte in den Kellerräumen tatsächlich kommt, kann ruhigen Gewissens als „Gretchenfrage“ der Kellertrockenlegung bezeichnet werden. Denn kann man den Nässeeintritt einmal bestimmen, ist die Sache (meist) auch schon halb gewonnen.

Zwar gibt es mittlerweile unzählige Anbieter am Markt, die eine rasche und zuverlässige Kellertrockenlegung versprechen, doch gerade hier sind nicht alle Angebote auch wirklich seriös. Und so wird nicht selten viel Geld für eine sehr kurze Freude am scheinbar „endlich trockenen“ Keller ausgegeben.

Erster Schritt: Schadensanalyse
Wie beim kranken Menschen, so bringt es auch beim „feuchtigkeitskranken“ Keller recht wenig, mehr oder weniger fachmännisch selbst an den „Symptomen“ herumzudoktern. Einer der häufigsten Fehler, die dabei in der Praxis gemacht werden: das feuchte Mauerwerk lediglich abzudichten, denn dadurch wird die Feuchtigkeit nicht beseitigt, sondern einfach nur konserviert. Führt also mittel- und langfristig leider zu nichts.

Ganz klarer erster Schritt auf dem Weg zu einem trockenen Keller ist daher zunächst einmal die Ursachenfindung und -beseitigung. Danach muss das Mauerwerk erst einmal gründlich austrocknen, bevor weitere bauliche Schritte vorgenommen werden können.

Die häufigsten Gründe für nasse Wände: Schlecht oder schadhaft gewordene Isolierungen, unzureichende Außenabdichtungen und nicht zuletzt auch falsches Lüftungsverhalten in den Kellerräumen.

Besonders problematisch ist die die sogenannte „kapillare Feuchtigkeit“. Diese dringt durch haarfeine Risse und Spalten in das Mauerwerk ein und arbeitet sich dann langsam, aber sicher nach oben. Zusammen mit dem Wasser dringen aber auch im Erdreich gebundene Salze ein, die mit ihrer Fähigkeit, Wasser zu binden, die Situation noch weiter verschlimmern. Selbst wenn die Mauer wieder austrocknet, bleiben die Salze an der Mauer und binden beim erneuten Wassereintritt noch mehr Feuchtigkeit.

Die Schadensursache sollte daher am besten durch einen anerkannten Fachmann durchgeführt werden – so z. B. durch vereidigte Sachverständige. Tipp: Häufig wird die Schadensfeststellung den Mitarbeitern von Kellertrockenlegungsfirmen überlassen, denen es natürlich in erster Linie darum geht, ihr spezielles System zu verkaufen. Das kann also durchaus gutgehen, muss aber nicht! Besser daher: Zuerst in den Rat eines unabhängigen Fachmanns investieren, der dann auch die jeweils beste Methode der Mauertrockenlegung empfiehlt.

Falsche Lüftung – beim Keller ist alles anders!
Jeder kennt den Effekt aus eigener Erfahrung: Man holt sich eine eisgekühlte Flasche aus dem Kühlschrank ins Wohnzimmer. Schon nach wenigen Augenblicken kondensiert die Luftfeuchtigkeit an der Bierflasche in Form von „Kondenswasser“.

Das Gleiche passiert im Wesentlichen, wenn im Sommer ständig die Kellerfenster geöffnet sind: Warme Luft dringt in die deutlich kühleren Kellerräume ein, wird dort abgekühlt und entwickelt beim Kondensieren Feuchtigkeit, die sich an den Kellerwänden ablegt. Anfangs saugt das Mauerwerk diese Feuchtigkeit noch auf, dann bleibt das Wasser am Boden, die Luft im Keller wird feucht und klamm. Besonders fatal: Wenn man bereits ein Schimmelproblem hat, und daher gerade die heißen Sommertage nutzen will, nicht nur die Wände auszutrocknen, sondern auch gleich den modrigen Schimmelgeruch durch starkes Durchlüften beseitigen will.

Funktioniert aber das Gegenteil auch? Heißt also, kann man durch ständiges Lüften im Winter die Mauern austrocknen? Grundsätzlich und von der Theorie her ja, sagen einschlägige Experten, denn im Winter kondensiert das Wasser nach draußen. Aber: Im Keller befinden sich meist Wasserleitungen, und diese können bei zu großer Kälte einfrieren.

Allerdings, wenn die feuchten Wände eindeutig durch falsches Lüftungsverhalten entstanden sind, kann man sich auch anders behelfen: Keller mit Heizstrahler bei geschlossenen Fenstern aufwärmen (deutlich über Außentemperatur!), dann lüften und Vorgang wiederholen. Im Sommer die kühlen Nächte zum Lüften nutzen!

Nässe durch Unwetter und Überschwemmungen
Glasklar ist die Schadensursache dann, wenn kräftig Wasser in den Keller durch anhaltende starke Regefälle oder sogar Überschwemmungen eingedrungen ist. Nach einem solchen Wassereintritt ist der Schaden hoch und die Feuchtigkeit danach auch schwer wieder wegzubringen. Ein solcher Wassereintritt kann grundsätzlich bei jedem Schlagregenereignis überall eintreten und angesichts der sich ändernden Wetterlagen ist jeder Hausbesitzer jedenfalls auf der sicheren Seite, wenn er entsprechende bauliche Vorkehrungen trifft. Dazu gehören zum Beispiel entsprechende Fenster. So verriegeln etwa beim wasserdichten Leibungsfenster von ACO Passavant je nach Fenstergröße 11 bis 23 Schließpunkte den Fensterflügel mit dem Rahmen (bei herkömmlichen Kellerfenstern durchschnittlich zwei).

„Selbst wenn der Wasserdruck von außen sehr hoch ist, verformt sich das Fenster nicht im geringsten“, betont Mag. Martin Lackner von ACO Passavant. Sicherer Nebeneffekt: Derartige Fenster halten nicht nur Wasser, sondern auch Einbrecher fern.

Zusätzlich werden am Markt von einigen Firmen (z. B. ACO) auch eigene Lichtschächte für den Keller und Systeme, die den Rückstau in Kanalnetzen bei zuviel Wassereintritt stoppen können, angeboten.

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