Fr, 17. August 2018

Aufregung um Berichte

11.08.2018 11:30

Rechtsextreme Fans? Rapid und Austria wehren sich

Fast zeitglich preschten die beiden Wiener Großklubs am Samstag mit inhaltsähnlichen Presse-Offensiven vor. Sowohl Rapid wie auch die Austria postulieren darin mit Nachdruck, rechtsextremem Gedankengut in der jeweiligen Fanszene keinen Nährboden zu gewähren. Die weitgehend einhellige Berichterstattung rund um Rapids EL-Quali-Spiel hatte beiden Klubs - aus unterschiedlichen Gründen - sauer aufgestoßen.

Es sei „sehr ärgerlich“ gewesen, macht Austria-AG-Vorstand Markus Kraetschmer aus seiner Gefühlslage kein Hehl. Der bei der Austria seit 2013 ausgeschlossene Fanklub „Unsterblich“ war im Vorfeld von Rapids EL-Quali-Partie in Bratislava als möglicher, weil den Slovan-Fans nahestehender Unruhestifter ins Spiel gebracht worden. „Wir haben mit diesen Leuten nichts zu tun und immer wieder betont, dass diese Leute bei der Austria keinen Platz haben“, will Kraetschmer die Causa ins richtige Licht gerückt wissen. Dass „Unsterblich“ immer noch als Austria-Fanklub dargestellt werde „und die Austria für mögliche Konflikte - die gottlob ausgeblieben sind - mitverantwortlich gemacht wurde, ist ärgerlich“, so Kraetschmer im ausführlichen Interview mit dem Klub-internen TV:

Die Austria Presse Agentur (APA) hatte vor der Rapid-Partie einen szenekundigen Journalisten namens Michael Bonvalot zu Wort kommen lassen. In dem vielfach, auch von krone.at, publizierten Artikel legt Bonvalot nicht nur die Verbindung von „Unsterblich“ zur Slovan-Fanszene dar, sondern bringt auch rechtsextreme Schlägertrupps bei Rapid ins Spiel. Eine Darstellung, die der SK Rapid in einer offiziellen Aussendung „explizit zurückweisen“ möchte.

„Null-Toleranz-Strategie“ bei Rapid
„In der Tat gab es Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre Unterwandwanderungsversuche durch rechtsradikale Kreise, diese wurde aber gerade durch die aktive Fanszene und die damals schon führende Ultras-Rapid-Bewegung verhindert“, heißt es in der Aussendung: „Die Kurve des SK Rapid lehnt jegliche Form von politischem Extremismus rund um die Spiele ihres Herzensvereins ab und auch der Verein verfolgt bei Verfehlungen eine explizite Null-Toleranz-Strategie.“

Stadionverbote gegen Rechtsextreme
Rapid verweist darauf, vor wenigen Monaten eine „Handvoll Personen“ mit „Hausverbot und Vereinsausschluss“ belegt zu haben, die beim Amateur-Derby durch antisemitsiche Rufe für Aufregung gesorgt hatten. Austria-Boss Kraetschmer beteuert, überhaupt die meisten Stadionverbote aller Bundesliga-Klubs - „eben aus diesem Grund“- ausgesprochen zu haben: „Wir haben als einer der wenigen Klubs einen Anti-Rassismus-Paragraf in unseren Statuten verankert. Unsere Linie ist seit Jahren unverändert und klar. Sie lautet: Keine Politik, keine Gewalt und keine unerlaubte Pyrotechnik!“

Keine Randale
Die befürchteten Randale blieben beim Spiel Rapids in Bratislava übrigens aus. Die 1.000 mitgereisten Fans der Grün-Weißen hatten gezeigt, „dass es keinerlei Intentionen für welche auch immer gearteten politisch-extremistischen Agitationen gibt“, schreibt Rapid.

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