So, 19. August 2018

„Fuck ISIS“

06.08.2018 14:11

Künstlerin will Geld für bizarres IS-Sex-Adventure

Kontroverse Kunst auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter: Eine junge Künstlerin will 36.000 US-Dollar einsammeln, um ein Computerspiel zu realisieren. Pikanterweise soll es sich bei „Fuck ISIS. Super Patriotic Dating Simulator“ um eine Art Islamischer-Staat-Sex-Adventure handeln, in dem sich der Spieler als heiße CIA-Agentin in die Kommandozentrale der Islamisten einschleicht und mit den Fundamentalisten anbandelnd versucht, ihre Geheimnisse zu ergründen.

Auf der Kickstarter-Seite zum Spiel, über die bisher rund ein Viertel der benötigten 36.380 US-Dollar zusammengekommen sind, erklärt die iranischstämmige Künstlerin Karlee Esmailli (24) aus der US-Stadt Littleton, was sie mit ihrem IS-Sexabenteuer vorhat: „Meine komplexen Gefühle gegenüber Amerika, dem Nahen Osten und meiner Klitoris auszudrücken.“

Satireprojekt mit derben Späßen
Die Provokation ist Programm, immerhin will die Künstlerin einen satirischen interaktiven Roman gestalten, in dem die Spieler in die Haut der 19-jährigen CIA-Superspionin Elodie schlüpfen. Ihre Mission: den IS infiltrieren und zerstören. „Neben der ganzen Superspion-Sache bist du aber auch ein normales amerikanisches Mädchen, das richtig scharf ist“, kündigt die Autorin an.

Vorbild für den IS-Sexsimulator sind Dating-Simulatoren, wie sie sich insbesondere in Japan großer Popularität erfreuen. Dabei handelt es sich um bebilderte Text-Adventures, in denen Gespräche mit verschiedenen Charakteren simuliert werden. Und zwar mit dem Ziel, das Herz des Gegenübers zu erobern, oder - bei weniger romantischen Genrevertretern - es zumindest ins Bett zu bekommen.

Der Kalif: Liebt Segeln, hasst Amerika
Die Charaktere in dem IS-Sex-Adventure sollen so schräg werden wie das ganze Spiel. Da wäre etwa „der Kalif“, der eine Vorliebe für Macht und Segeln, gleichzeitig aber eine große Aversion gegen Amerika hat. Oder Selbstmordattentäter Omar, der sich gern Respekt verschafft - und ebenfalls Amerika hasst. Oder Sniper Yasir mit einem Faible für Stille und großem Hass auf - raten Sie mal! - Amerika.

Die Geschichte für das Spiel sei fix und fertig, erklärt Esmailli auf der Kickstarter-Seite. Um daraus ein Adventure-Game zu gestalten, braucht es allerdings noch Künstler und Programmierer, die den Figuren von „Fuck ISIS. Super Patriotic Dating Simulator“ Leben einhauchen. Kommen 54.000 US-Dollar zusammen, will man die zusätzlichen Gelder in den Soundtrack investieren.

Spiel soll feministische Botschaften transportieren
In einem Begleittext zur Kickstarter-Kampagne erklärt Esmailli, was sie zu ihrer Idee bewogen hat. Sie wollte das Spannungsfeld zwischen ihrer US-amerikanischen Heimat, ihrer persischen Herkunft und traditionellen Geschlechterrollen im Nahen Osten thematisieren und insbesondere die Unterdrückung der Frau im Islamischen Staat auf die Schippe nehmen. Das Spiel sei „meine Wut, mein Vergnügen und meine Identität durch die Brille der Komödie“, so die junge Künstlerin.

Offen bleibt die Frage, ob das Finanzierungsziel erreicht wird. 18 Tage vor Ende der Kampagne fehlen noch drei Viertel des Geldes.

 krone.at
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